2 Mio.-500.000v. Chr.

Am Anfang war das Feuer

Die Energie des Bogens

30.000-17.000v. Chr.
20.000v. Chr.

Das Brennen von Ton

Einsatz von Holzkohle
für die Metallschmelze

Um12.000v. Chr.
5.500v. Chr.

Die Entdeckung von Glas

Wasser wird zur Energiequelle

Um5.000v. Chr.
3.700v. Chr.

Das erste Stück Brot

Die Sternenscheibe von Nebra

Um3.500v. Chr.
Um900v. Chr.

Erdgas erscheint auf der Bildfläche

Magnetismus wird erstmals erwähnt

500v. Chr.
Um300v. Chr.

Die Idee der Turbine entsteht

Der erste Windradantrieb wird beschrieben

1.Jh.n. Chr.
100n. Chr.

Dampf als Antrieb kommt ins Gespräch

In China wird erstmals die
Existenz magnetischer Nadeln
beschrieben

3.Jh.n. Chr.
Ab800n. Chr.

Wind- und Wassermühlen
erleichterm die tägliche Arbeit

Gezeiten liefern Energie

Ab1000n. Chr.
Ab1000

Kohle wird neuer Energielieferant

Kopernikus beschreibt ein
heliozentrisches Weltbild

1543
1600

Begriffe Elektrizität und
Gas werden geschaffen

Formulierung der klassischen Mechanik
durch Isaac Newton

1687
Ende des17.Jh.

Dampfkraft wird wieder entdeckt

Übertragung von Elektrizität
macht von sich reden

1746
Um1780

Die galvanische Elektrizität
wird entdeckt

Das Gaslicht erhellt die Welt

Ab1799
1799

Volta erfindet den
Vorläufer unserer Batterien

Ampère entdeckt das nach
ihm benannte Ampèr'sche Gesetz

1821
Um1830

Gasanstalten erhellen die Städte

Faraday entdeckt die
elektromagnetische Induktion

Ab1831
Ab1850

Erdöl wird zur Energiegewinnung genutzt

James Clerk Maxwell stellt die
nach ihm benannten Gleichungen
der Elektrodynamik auf

1865
1882

Strom wird "öffentlich"

Die elektromagnetischen Wellen
sind entdeckt

1887
Ab1899

Die Quantenmechanik verändert die Sicht

Ein neues Energiekapitel
wird aufgeschlagen: Atome

Um1900
1905

Deutschland bekommt die
erste 50kV-Stromleitung

Einstein veröffentlicht seine
spezielle Relativitätstheorie

1905
1926

Deutschland bekommt die
erste 220kV-Freileitung

Otto Hahn, Fritz Straßmann
und Lise Meitner entdecken
die Kernspaltung

1938
1945

Zündung der ersten Atombombe

Erdgas wird neuer Energielieferant

Ab1950
1952

Zündung der ersten Wasserstoffbombe

Das erste Kernkraftwerk liefert Strom

1956
Ab1970

Startschuss für
die moderne Telekommunikation

Erstes Photovoltaik-Kraftwerk
geht ans öffentliche Stromnetz

1985
1990

Aufbruch in die Wissensgesellschaft

Erstes Energieautarkes Haus

1992
2005

Ausbau der erneuerbaren Energien

Haus der Gegenwart

2005
2010

Dezentrale Energieversorgung

Elektromobilität

2010

Steinzeit

Metallzeit

Mittelalter

Neuzeit

Industrialisierung

Wissensgesellschaft

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2 Mio.- 500.000v. Chr. Am Anfang war das Feuer

Irgendwann in diesen 1,5 Millionen Jahren zähmt der Mensch das Feuer. Wie, wann und wo es genau dazu kam, ist unbekannt. Eines jedoch ist sicher: Die Nutzung des Feuers steht am Beginn einer Reihe bedeutender Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte – so zum Beispiel die weltweite Besiedelung. Denn ohne Feuer hätten unsere Vorfahren nie in kühlere Gegenden auswandern können. Ohne Feuer hätte niemals Metall zum Schmelzen gebracht werden oder Keramik gebrannt werden können. Zu Recht also heißt es deshalb: Am Anfang war das Feuer.

30.000 - 17.000v. Chr. Die Energie des Bogens

In der Altsteinzeit nutzt man ein physikalisches Grundprinzip: Die Speicherung von Energie in der Spannung des Bogens, die durch Muskelkraft erzeugt wird und sich dann in Sekundenbruchteilen freisetzt: Eine moderne Waffe mit enormer Durchschlagskraft ist geboren.

20.000v. Chr. Das Brennen von Ton

Vor rund 20.000 Jahren werden die ersten Tonfiguren gebrannt. Eine bemerkenswerte Technik, wenn man bedenkt, dass für das Brennen eine gleichmäßige Temperatur von 800 Grad erreicht werden muss. Zuerst werden Brennstoff und Brenngut einfach aufeinander geschichtet und mit Erde und Sand abgedeckt. 5.000 vor Christus wird in Mesopotamien der „moderne“ Zweikammerofen entwickelt, der Feuer und Brenngut trennt.

Um12.000v. Chr. Einsatz von Holzkohle für die Metallschmelze

Das zu Holzkohle veredelte Holz wird als neue Energiequelle eingesetzt, denn es ermöglicht höhere Verbrennungstemperaturen. 3.000 vor Christus wird von den Sumerern erstmals ein Blasebalg in der Metallurgie eingesetzt. Schnell werden im Lauf der Zeit auch die Vorteile von Legierungen entdeckt und schließlich um 1.400 vor Christus das Eisen – eine wahre Revolution beginnt.

5.500v. Chr. Die Entdeckung von Glas

Überall dort, wo in der Natur passende Mineralien heiß genug werden und schnell abkühlen, entsteht Glas. Zufälligen Beobachtungen dieses Prozesses verdanken wir das Wissen um die Herstellung von Glas. Als die ersten Glasproduzenten gelten die Ägypter um 5.500 vor Christus.

5.000v. Chr. Wasser wird zur Energiequelle

In Mesopotamien werden erstmals Wasserräder zum Schöpfen von Wasser eingesetzt.

3.700v. Chr. Das erste Stück Brot

In der Schweiz wurde es gefunden und zeigt, wie alt die Backtradition ist. Ein wichtiger Weg bei der Energienutzung. Schließlich konnte mit dem Backen eine neue Nahrungsquelle durch die Verarbeitung von Getreide erschlossen werden.

Um3.500v. Chr. Die Sternenscheibe von Nebra

Ganz früh erkennen Menschen die Energie der Sonne und ihre Bedeutung für das Überleben. Bald werden Kultstätten errichtet, von denen man heute vermutet, dass sie unter anderem auf Sonnenwenden ausgerichtet waren (zum Beispiel Stonehenge). Und auch der Sensationsfund der Sternenscheibe aus dem mitteldeutschen Nebra zeigt, wie früh sich die Menschen mit der Leben spendenden Kraft der Sonne und den Himmelserscheinungen beschäftigten.

Um900v. Chr. Erdgas erscheint auf der Bildfläche

Bei der Salzgewinnung entdecken Chinesen durch Zufall Gas und setzen es zur Salztrocknung ein: die erste nachweisliche Nutzung von Erdgas.

500v. Chr. Magnetismus wird erstmals erwähnt

Die Existenz des Magnetismus – ein Grundbaustein eines Stromgenerators – ist den Griechen bereits im 5. Jahrhundert vor Christus bekannt. Die Namensgebung wird aus der griechischen Mythologie abgeleitet, in der man sich auf den Fundort von magnetischem Eisenerz in der thessalischen Stadt Magnesia sowie auf den Namen eines griechischen Schäfers (Magnetes) bezieht.

Um300v. Chr. Die Idee der Turbine entsteht

Archimedes beschreibt die erste Wasserschraube zum Antrieb von Radschöpfwerken (sogenannte Schneckengetriebe). Kurze Zeit später gehen die ersten Wasserräder in Betrieb. In Europa tauchen sie erst wieder im Mittelalter auf.

1. Jh.n. Chr. Der erste Windradantrieb wird beschrieben

Heron von Alexandria beschreibt in seinem berühmten Werk „Mechanika“ viele Wirkweisen einfacher Maschinen. Unter anderem, wie durch Wind ein Rad angetrieben werden kann, konkret einen Windradantrieb für den Blasebalg von Orgelpfeifen.

100n. Chr. Dampf als Antrieb kommt ins Gespräch

Der griechische Physiker Heron beschreibt erstmals den Rückstoß von Dampf als Antrieb – die Dampfkugel (Äoliphile). Erst Jahrhunderte später wird dieses Phänomen unter anderem beim Raketenantrieb wieder aufgegriffen. Heron nutzt diesen Effekt für einen Mechanismus zum Öffnen von Tempeltüren oder für kleine Automaten.

3. Jh.n. Chr. In China wird erstmals die Existenz magnetischer Nadeln beschrieben

Magnetische Nadeln dienten zuerst als eine Art göttliche Hilfe zum Ausrichten von Straßen und Häusern bevor mit Ihnen wie mit einem Kompass navigiert wurde. Der Zusammenhang von Magnetismus und Elektrizität wird 1819 durch Christian Oersted entdeckt.

Ab800n. Chr. Wind- und Wassermühlen erleichtern die tägliche Arbeit

Im 9. Jahrhundert treiben Wind- und Wasserräder in großen Teilen Europas Mahl- und Schöpfwerke an, ab dem 10. Jahrhundert sogar Hammer- und Sägewerke sowie andere Arbeitsmaschinen. Denn durch die Erfindung der Nockenwelle können nun auch Hin- und Herbewegungen ausgeführt werden.

Ab1000n. Chr. Gezeiten liefern Energie

In einem Dokument aus dem 11. Jahrhundert wird erstmals eine Mühle im Hafen der englischen Stadt Dover beschrieben, die ihr Mahlwerk durch den Gezeitenwechsel betrieb.

Ab1500 Kohle wird neuer Energielieferant

Mit dem Wachsen der Städte nach der Überwindung der Pest kommt es zur ersten „Energieversorgungskrise“ in der Menschheitsgeschichte. Holz wird knapp und so geht man dazu über, verstärkt Kohle zu nutzen.

1543 Kopernikus beschreibt ein heliozentrisches Weltbild

Wenn auch dieses neue Weltbild weniger mit der Geschichte der Energienutzung in Verbindung steht, so leiten die Erkenntnisse eines Kopernikus, Galilei, Bruno oder Kepler den epochalen Wandel im Mittelalter ein. Mit der Infragestellung kirchlicher Dogmen wird in den folgenden Jahrhunderten der Weg für heute selbstverständliche wissenschaftliche Erkenntnisse bereitet.

Um1600 Begriffe Elektrizität und Gas werden geschaffen

In diesen Jahren wird viel mit Elektrizität experimentiert. Die Bezeichnung für dieses Naturphänomen entstand durch den Engländer William Gilbert 1646 auf Basis des griechischen Wortes „elektron“ für Bernstein. Bernstein und andere Isolatoren laden sich durch Aneinanderreiben elektrisch auf und können leichte Gegenstände (Papierfetzchen, Haare, Staub) anziehen.
Der niederländische Chemiker Jean Baptiste Helmont (1577-1644) leitete aus dem griechischen "chaos" für "leeren Raum" den Begriff "Gas" ab.

1687 Formulierung der klassischen Mechanik durch Isaac Newton
I. Newton

Isaac Newton, englischer Mathematiker und Physiker, gilt als der Begründer der klassischen theoretischen Physik und damit der exakten Naturwissenschaften. Als einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Neuzeit bildeten seine Arbeiten den Grundstock für ein naturwissenschaftliches Weltbild, das über zwei Jahrhunderte Gültigkeit hatte. So formulierte Newton die auf der Infinitesimalrechnung (Oberbegriff für Differenzial- und Integralrechnung) beruhende klassische Mechanik, das Gravitationsgesetz und wichtige optische Gesetzmäßigkeiten.

Ende des17. Jh. Dampfkraft wird wieder entdeckt

Obwohl schon seit dem ersten Jahrhundert bekannt, beginnen Ende des 17. Jahrhunderts neue Versuche zur effizienten Dampfkraftnutzung. Man verband erstmals Dampfkraft mit Kolben und Zylinder. Damit ist gedanklich der erste Schritt zur industriellen Revolution gemacht. Rund 100 Jahre später nutzen viele – darunter auch James Watt – diese Erkenntnisse bei der Entwicklung von Wärmekraftmaschinen.

1746 Übertragung von Elektrizität macht von sich reden
J.-A. Nollet

Eine skurrile Geschichte verbindet sich mit der Entdeckung, dass Elektrizität über weite Strecken ohne merkbare Zeitverzögerung übertragen werden kann. Im Frühling des Jahres 1746 lässt der Abbé Jean-Antoine Nollet in Paris eine Menschenkette bilden, um ein Experiment durchzuführen. Die Menschen verband er mit Eisendrähten. Als er sie mit einer Batterie kurzschließt, werden durch den Stromstoß Schmerzensschreie laut. Der Beweis war erbracht: Elektrizität kann übertragen werden.

Um1780 Die galvanische Elektrizität wird entdeckt
L. Galvani

Der italienische Naturforscher Luigi Galvani experimentiert an Froschschenkeln und entdeckt dabei elektrochemische Elemente, das heißt Stromquellen, die Energie aus chemischen Prozessen liefern. Diese Erkenntnis, dass die Muskelbewegung (Kontraktion) elektrisch stimuliert wird, war bahnbrechend für die medizinischen Erkenntnisse der nächsten Jahrhunderte und ist nicht zuletzt beispielsweise auch Basis des Herzschrittmachers.

Ab1799 Das Gaslicht erhellt die Welt

Philippe Lebon (1769-1804) lässt sich die erste Thermo-/Leuchtgas-Lampe patentieren. Sie gerät aber bald in Vergessenheit. Drei Jahre später sind die Experimente des Engländers William Murdock mit Gaslicht erfolgreich. Seine Entwicklung wird für Jahrzehnte zum Marktführer.

1799 Volta erfindet den Vorläufer unserer Batterien
A. Volta

Alessandro Volta entwickelt aus der Erkenntnis, dass elektrochemische Prozesse an Metallen elektrische Spannungen erzeugen, die so genannte Voltasche Säule. Damit schuf er die erste brauchbare Spannungsquelle, die einen kontinuierlichen elektrischen Strom liefert. Volta gilt daher als Erfinder der Batterie und ist Namensgeber der Maßeinheit der elektrischen Spannung.

1821 Ampère entdeckt das nach ihm benannte Ampère'sche Gesetz
A. M. Ampère

Was heute als Basiswissen gilt, machte 1821 durch André Marie Ampère Furore: Parallele Leiter, die in gleicher Richtung von einem Strom durchflossen werden, ziehen sich an, entgegengesetzter Stromfluss führt zur Abstoßung. Ampère erkennt, dass vom Strom erzeugte Magnetfelder für diesen Effekt verantwortlich sind und legt damit die Grundlage für unsere heutigen Elektromagneten. Die Maßeinheit für die Stromstärke ist nach Ampère benannt.

Um1830 Gasanstalten erhellen die Städte

Um 1830 werden in vielen Städten Europas Gasanstalten gegründet, die Straßen und Haushalte mit Gas zur Beleuchtung versorgen. Gewissermaßen fällt ein Startschuss in Sachen Energieversorgung. So auch in Mitteldeutschland: Beispielsweise bekommt Dresden 1828 seine Gasversorgung, Leipzig folgt 1838 und Chemnitz tappt dank Gründung der Chemnitzer Gasanstalt ab 1854 nicht mehr im Dunkeln. Meist sind diese Gasanstalten die Basis für die Gründung von Stadtwerken.

1831 Faraday entdeckt die elektromagnetische Induktion
M. Faraday

Der englische Physiker Michael Faraday erkennt, dass ein veränderliches Magnetfeld durch Induktion eine elektrische Spannung erzeugt. An einem geeignet geformten Draht kann eine Spannung abgegriffen werden, wenn sich dieser in einem veränderlichen Magnetfeld befindet. Dabei ist es gleich, ob dieses durch Dauer- oder Elektromagneten erzeugt wird. Das Induktionsprinzip liegt heute allen elektrischen Generatoren und Transformatoren zugrunde.

Ab1850 Erdöl wird zur Energiegewinnung genutzt

Mit der Entdeckung größerer Erdölvorkommen wird Erdöl in den ersten Raffinerien zunächst ausschließlich zur Gewinnung von Petroleum für Leuchtzwecke verwendet.

1865 James Clerk Maxwell stellt die nach ihm benannten Gleichungen der Elektrodynamik auf
J. C. Maxwell

Maxwell erweitert die Forschungsarbeiten Michael Faradays über elektromagnetische Felder und veranschaulicht die Beziehung zwischen elektrischen und magnetischen Feldern in den vier Grundgleichungen der Elektrodynamik (Maxwellsche Gleichungen). Beruhend auf den Maxwellschen Gleichungen lassen sich alle klassischen elektromagnetischen Phänomene von der Induktion bis hin zu elektromagnetischen Wellen beschreiben. Maxwell zeigte auch, dass Licht als elektromagnetische Welle beschrieben werden kann.

1882 Strom wird „öffentlich“

1882 geht in New York das erste öffentliche Elektrizitätswerk der Welt in Betrieb. Es versorgt 7.200 Lampen mit Strom. Zwei Jahre später wird das erste Elektrizitätsunternehmen in Deutschland gegründet – die AG Städtische Elektrizitätswerke Berlin.

1887 Die elektromagnetischen Wellen sind entdeckt
R. Hertz

Der erste Funksender stammt vom deutschen Physiker Heinrich Rudolf Hertz. Ihm gelingt die Erzeugung elektromagnetischer Wellen und deren Übertragung von einem Schwingkreis auf einen anderen. Auf ihn geht auch die Einheitenbezeichnung für die Frequenz zurück. 1 Hertz (1 Hz) ist eine Schwingung pro Sekunde.

Ab1899 Die Quantenmechanik verändert die Sicht

1899 postuliert Planck, dass Energie stets in kleinen diskreten Einheiten abgestrahlt wird, die er als Quanten bezeichnet. Bei der Weiterentwicklung dieser Theorie findet er eine universelle Naturkonstante, die als Plancksches Wirkungsquantum bekannt wird. Ein Jahr später leitet er aus seinen Ergebnissen das Plancksche Strahlungsgesetz ab. Vor allem die deutschen Physiker Pauli, Schrödinger und Heisenberg schaffen auf Basis dieser Erkenntnisse mit der Quantenmechanik ab 1925 ein neues Verständnis der atomaren Welt. So abstrakt und schwer verständlich viele Aussagen der Quantentheorie auch scheinen mögen, kein integrierter Schaltkreis, kein Laser und keine Photozelle würden ohne diese Mechanismen funktionieren.

Um1900 Ein neues Energie-Kapitel wird aufgeschlagen: Atome
E. Rutherford

Marie Curie und Pierre Curie entdecken 1898 die radioaktiven Elemente Polonium und Radium. Vor allem die Arbeiten von Rutherford und Becquerel tragen zum Verständnis der radioaktiven Strahlung bei. 1919 gelingt dem Engländer Ernest Rutherford - dem Vater der modernen Atomphysik - die erste künstliche Umwandlung eines Elements.

1905 Deutschland bekommt die erste 50kV-Stromleitung

Die erste 50 Kilovolt-Stromleitung geht 1905 zwischen Moosburg und München in Betrieb. Sechs Jahre später führt die erste 110 Kilovolt-Leitung Deutschlands von Lauchhammer nach Riesa. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Strom- und auch Gasnetze lokal begrenzt. Die Deutsche Verbundgesellschaft e.V. entsteht 1948 als Zusammenschluss der sieben größten westdeutschen Stromversorger. 1951 erfolgt die Gründung der UCPTE (Union pur la Coordination de la Production et du Transport de L’Electricité), die bis heute die Koordination von Stromerzeugung und Stromtransport in den Westeuropäischen Ländern koordiniert.

1905 Einstein veröffentlicht seine spezielle Relativitätstheorie
A. Einstein

Neben der Quantentheorie haben Albert Einsteins Ideen wie keine andere Entdeckung unser gesamtes wissenschaftliches Weltbild revolutioniert. Seine wohl berühmteste Gleichung E = mc2 beschreibt die Äquivalenz von Energie (E) und Masse (m). Nicht nur im Bereich der Lichtgeschwindigkeit wird dieser Effekt messbar, so lässt sich auch die Energieausbeute bei Kernreaktionen durch den bekannten Massendefekt beschreiben. Mit der allgemeinen Relativitätstheorie von 1915 schafft Einstein die Grundlage zum modernen Verständnis der Gravitation und damit wichtige Einsichten zur Entstehung des Universums und des Raum-Zeit-Gefüges.

1926 Erste europäische 220kV-Freileitung

600 Kilometer ist die erste 220 Kilovolt-Leitung lang, die ab 1926 von Vorarlberg nach Köln führt. Der Grundstein für eine internationale Vernetzung ist gelegt.

1938 Otto Hahn, Fritz Straßmann und Lise Meitner entdecken die Kernspaltung
O. Hahn

Der deutsche Chemiker Otto Hahn beschäftigt sich bereits ab 1904 mit der Untersuchung radioaktiver Stoffe. 1939 gibt er die Entdeckung bekannt, dass Uran in kleinere, aus leichteren Elementen bestehende Bruchstücke gespalten werden kann. Nach dem 2. Weltkrieg tritt Hahn entschieden gegen den Missbrauch der Kernenergie auf.

1945 Zündung der ersten Atombombe

Während Forscherteams an der kontrollierten Kettenreaktion in Reaktoren arbeiten, laufen parallel Entwicklungen zur Atombombe. Am 16. Juni 1945 wird die erste Atombombe auf einem Test-Gelände in New Mexico gezündet, im August 1945 werden die beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Die Atombomben fordern in beiden Städten als unmittelbare Folge 200.000 bis 250.000 Tote sowie radiologische Folgeerkrankungen. Der Kernpyhsiker Robert Oppenheimer leitet die Forschungsgruppe, die diese Bombe in Los Alamos entwickelt. Auch er wird nach dem Abwurf zu einem erbitterten Gegner der Atombombe.

Ab1950 Erdgas wird neuer Energielieferant

Anstatt wie bisher Kohle oder Erdöl zur Herstellung von Stadtgas heranzuziehen, beginnt man Ende der Fünfziger Jahre mit dem Einspeisen von Erdgas in die Netze.

1952 Zündung der ersten Wasserstoffbombe

Fast gleichzeitig mit der Erkenntnis über den Aufbau von Atomen beginnen neben Versuchen zur Kernspaltung Experimente zur Kernfusion (Verschmelzung von Atomkernen). Und wieder ist es die militärische Nutzung, die zuerst zum Einsatz kommt: Die Zündung der ersten Wasserstoffbombe in den USA. Bis heute ist es nicht gelungen, Kernfusion als Energiequelle kommerziell nutzbar zu machen.

1956 Das erste Kernkraftwerk liefert Strom

Hauptaufgabe des ersten Kernkraftwerkes in Sellafield (GB) war es ursprünglich, Plutonium für die Waffenindustrie zu produzieren. Die dabei entstehende Abwärme war vorerst nur ein Nebenprodukt. Bald aber wurde sie zur Stromerzeugung genutzt. Die erste kontrollierte Kettenreaktion wurde übrigens bereits 1942 im Forschungsreaktor in Chicago unter der Leitung von Enrico Fermi realisiert.

Ab1970 Startschuss für die moderne Telekommunikation

Langsam übernehmen weltweit moderne Rechensysteme zentrale Steuerungsfunktionen, Roboter mit Sensoren arbeiten mehr und mehr an der Seite der Menschen. Telefax, Video oder Satellitenrundfunk lassen neue Kommunikationswege entstehen. Glasfaserkabel (Lichtwellenleiter) schaffen vielerorts die Basis für schnellere Datentransfers. Der Begriff Telekommunikation wird immer weiter gefasst.

1985 Erstes Photovoltaik-Kraftwerk geht ans öffentliche Stromnetz

2.500 Wohnhäuser werden mit Strom aus dem weltweit ersten Photovoltaik-Kraftwerk versorgt, das 1985 in Clarissa Plains in den USA in Betrieb genommen wird.

1990 Aufbruch in die Wissensgesellschaft

Die fast explosionsartige Entwicklung im Technologiebereich führt von der Informationsgesellschaft in die Wissensgesellschaft. Ob Halbleiter oder Mikroprozessoren für Hochleistungsrechner, Home Computer mit nutzerfreundlichen Programmen oder Internet-Zugang – für immer mehr Menschen sind weltweit Informationen verfügbar. Der Begriff vom „globalen Dorf“ wird geprägt.

1992 Erstes Energieautarkes Haus

Als Experiment der TU Darmstadt entstand in Freiburg das erste bewohnte Haus, das sich komplett selbst und ohne Netzanschluss mit Strom und Wasser versorgen konnte. Möglich wurde dies durch die Nutzung von Solarkollektoren, einer energieeffizenten Bauweise und der Speicherung von Energie in Form von Wasserstoff.

2005 Ausbau der erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien (EE) aus Sonnenstrahlung, Wind, Biomasse und Erdwärme erlangen Marktreife und werden bezahlbar. Vor allem in Deutschland erleben Windkraft und Solarenergie einen gewaltigen Boom. Windräder werden nicht nur vereinzelt im flachen Norden errichtet, sondern auch vor der Küste in riesigen Off-Shore-Windparks. Angeregt durch staatliche Förderung statten viele private Hausbesitzer ihre Dächer mit Solarmodulen aus und speisen ihren Strom ins allgemeine Netz ein. Auch Energieversorger bauen die EE weiter aus und betreiben u.a. Solarkraftwerke und - speicher, die ungenutzten Strom vorhalten.

2005 Haus der Gegenwart

Auf der Bundesgartenschau in München wird die intelligente Stromnutzung erstmals Realität. Im Haus der Gegenwart können Bewohner alle elektrischen Geräte zentral per Computer und Mobiltelefon steuern. Funkanhänger im Haus teilen dem System Aufenthaltsort und Vorlieben der Bewohner mit und stellen Licht, Heizung und sogar Musik darauf ein.

2010 Dezentrale Energieversorgung

Immer mehr kleine Kraftwerke wie genossenschaftlich betriebene Windparks und private Solaranlagen speisen Strom ins Netz. Sie erzeugen zwar weit weniger als die durchschnittlich 1.000 Megawatt der zentralen Großkraftwerke, können im Gegensatz aber Strom- und Wärmeerzeugung miteinander koppeln.

2010 Elektromobilität

Die fortschreitende technische Entwicklung und steigendes Umweltbewusstsein machen das Fahren mit Strom für immer mehr Menschen attraktiv: Batteriebusse, Elektroautos, Elektroroller, eBikes oder Segways speichern elektrischen Strom in Akkus und nutzen ihn als Antrieb. An öffentlichen Ladestationen kann ungenutzter Strom wieder ins Stromnetz zurückgeführt werden.