Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

energiefakten_energiehandel

Energiehandel

Vielfältige Faktoren beeinflussen den Strompreis.

Energie ist weltweit ein knappes Gut, dessen Erzeugung und Handel stark von einem gesellschaftspolitischen Spannungsfeld geprägt sind. Neben langfristigen Exportverträgen und weltweiten Investitionen in Förderregionen nimmt dabei die Bedeutung des Energiemarktes weiter zu. Volkswirtschaftlich betrachtet, kommen auf dem Markt Angebot und Nachfrage zusammen und ermitteln den Preis. Der auf diesem Wege erzielte Marktpreis sorgt wiederum für eine effiziente Verwendung der begrenzten Ressourcen.

Gesetzliche Grundlagen

Die EU-Verordnung über die Integrität und Transparenz des europäischen Energiegroßhandelsmarktes (Regulation on wholesale Energy Market Integrity und Transparency – REMIT) ist eine 2011 vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat erlassene Verordnung mit unmittelbarer Rechtswirkung für die EU-Mitgliedsländer. Ziel von REMIT ist die Erhöhung von Transparenz und Stabilität der europäischen Energiemärkte. Insbesondere sollen Insiderhandel und Marktmanipulation bekämpft werden. Durch die verpflichtende Meldung von Handelsdaten erhalten die Aufsichtsbehörden einen besseren Einblick in den Energiegroßhandel. Außerdem hat auch die europäische Finanzmarktregulierung  Auswirkungen auf den Energiehandel. Von Bedeutung sind dabei vor allem die Regelungen für den OTC-Derivatehandel, der novellierten Finanzmarktrichtlinie, der Marktmissbrauchsrichtlinie und der Eigenkapitalrichtlinie.

Der Energiehandel erfolgt an Börsen aber auch außerhalb

Energiehändler am Telefon

Der Handel mit Energie spielt sich an Börsen und - im Gegensatz zu den Finanzmärkten - in hohem Maße auch außerhalb von Börsen ab. Dabei werden im Energiesektor vor allem Strom, Erdgas, Erdöl, Kraftwerkskohle und Emissionszertifikate gehandelt.

Der Börsenhandel erfolgt in standardisierten Futures. Dies bedeutet, dass sämtliche Vertragsparameter mit Ausnahme des Preises und der Anzahl der Kontrakte bereits vorher fest definiert sind. Da der Handel dabei anonym über eine zentrale Handelsplattform verläuft, kennen sich Anbieter und Nachfrager nicht. In Europa gibt es derzeit mehr als ein Dutzend Börsen an denen Energie gehandelt wird. Die bedeutendsten Energiebörsen sind die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig und die Intercontinental Exchange (ICE) in London. Hier sind mehrere hundert Handelsteilnehmer aus vielen Ländern aktiv.

Demgegenüber erfolgt der außerbörsliche Handel zum einen bilateral und direkt zwischen zwei Handelspartnern per Telefon oder E-Mail. Zum anderen besteht auch die Möglichkeit Vermittler - sogenannte Broker - einzuschalten. Diese Art des Handels nennt sich over-the-counter-Handel (über den Ladentisch, kurz OTC). Dabei kaufen und verkaufen die Teilnehmer ganz individuelle Produkte. Diese unbedingten Termingeschäfte, man spricht hier von Forwards, bilden das Gegenstück zu den börslichen Futures.

Strom wird dann produziert, wenn er gebraucht wird

Monitor mit Börsendaten

Strom kann man aktuell nicht in hohem Maße und dabei auch noch kosteneffizient lagern. Er wird deshalb größtenteils in dem Moment produziert, in dem er gebraucht wird. 
Im kurzfristigen Handel, dem sogenannten Spotmarkt, werden die Geschäfte über standardisierte Verträge abgeschlossen. Hierbei ist eine gegenseitige Erfüllungsfrist innerhalb des betreffenden Börsentages (within day) bis hin zum jeweiligen Monatsende (balance of the month, kurz BoM) üblich. Geschäfte darüber hinaus werden dem Terminmarkt zugerechnet. Alle Faktoren, die Angebot und Nachfrage bestimmen, wirken am Spotmarkt unmittelbar auf die Preisbildung.
Am langfristigen Terminmarkt werden sogenannte Termingeschäfte geschlossen. Diese Verträge sind über einem fest vereinbarten Zeitraum, der bis zu fünf Jahre in der Zukunft liegen kann, von beiden Vertragspartnern zu erfüllen. Am Terminmarkt spiegelt der Preis daher die langfristigen Erwartungen der Handelspartner wider.
Zudem beeinflussen viele weitere Faktoren den Strompreis. Maßgeblich ist beispielsweise das Wetter. Denn dieses entscheidet darüber, wie viel Strom aus Windkraft-, Solaranlagen und Wasserkraftwerken erzeugt wird. Außerdem verändern auch Feiertage oder Schulferien das Verbraucherverhalten und somit den Preis. Des Weiteren spielen am „langen Ende“ immer auch konjunkturelle Schwankungen eine bedeutende Rolle. 

Ihr Browser ist veraltet und kann diesen Inhalt nicht anzeigen. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Erdgasbezug nach aktuellem Bedarf bringt Vorteile

Erdgas wird größtenteils über sogenannte virtuelle Handelspunkte (Hubs) abgewickelt. Die Vertragspartner schließen zur Vereinfachung also Geschäfte mit Lieferung an diesen standardisierten Lieferpunkten ab. Bedeutende, europäische Hubs sind der National Balancing Point (NBP) für Großbritannien und die Title Transfer Facility (TTF) in den Niederlanden. In Deutschland haben NetConnect Germany (NCG) und Gaspool (GPL) große Bedeutung.

Die Preise und sonstigen Lieferbedingungen für das Erdgas werden dann von Kunde und Lieferant in einem Vertrag festgehalten. Darin fixieren sie beispielsweise, welche Gasmenge in welcher Qualität geliefert werden soll, und ob der Preis konstant ist oder an einen Index gekoppelt wird. Zudem wird in den Verträgen festgelegt, wie flexibel ein Kunde das Erdgas abnehmen kann. In vielen Fällen ist es für ihn vorteilhaft, das Erdgas je nach aktuellem Bedarf zu beziehen. Wer zum Beispiel kurzfristig, zusätzliches Gas kaufen oder überschüssige Mengen verkaufen will, kann dazu dann den Spotmarkt einer Energiebörse nutzen. Da die aktuellen Preise jederzeit öffentlich zugänglich sind, schafft die Börse eine große Transparenz und dient oft auch als Referenz für die Preisbildung über diverse Vertragsformeln zwischen Gaslieferanten und ihren Kunden, etwa bei Stadtwerken oder in der Industrie.

Energiehandel bei enviaM und MITGAS

Trading Floor

enviaM und MITGAS befassen sich mit dem Handel von Strom, Erdgas, Erdöl, Wetterabsicherungen, Biomethan, Emissions- und Grünstromzertifikaten im europäischen Raum. Das Handelsteam umfasst zehn zugelassene Börsenhändler.

Die Händler der enviaM-Gruppe sind stets auf dem aktuellsten Stand, sei es von den neuesten Marktentwicklungen, aus den Medien oder aus der Energiebranche allgemein. Anhand dieser Faktoren werden Positionen auf verschiedenen Märkten bewirtschaftet, dass heißt der Kauf oder Verkauf von Energieprodukten vollzogen. Im Naturell der Händler liegt es, dabei den besten Preis zu erzielen.