Sachsen-Anhalt ist Schlüsselregion der Energiewende: Netzbetreiber fordern klaren Kurs für die zweite Halbzeit
50Hertz, Avacon und enviaM-Gruppe stellen bei Energiegesprächen Sachsen-Anhalt Maßnahmen für eine sichere und bezahlbare Energiezukunft vor.
Sachsen-Anhalt spielt eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende in Deutschland. Bei den Energiegesprächen Sachsen-Anhalt in Magdeburg haben die Netzbetreiber 50Hertz, Avacon und enviaM-Gruppe gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung darüber diskutiert, wie die zweite Phase der Energiewende erfolgreich gestaltet werden kann.
Die Unternehmen machten deutlich: Nach erheblichen Fortschritten beim Ausbau erneuerbarer Energien kommt es jetzt darauf an, Netze, Erzeugung und Flexibilitäten besser zu verzahnen und gleichzeitig die Kosten im Blick zu behalten.
Starker Beitrag für die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung
Die drei Netzbetreiber leisten bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Transformation des Energiesystems in Sachsen-Anhalt und tragen damit erheblich zur Stärkung der lokalen Wirtschaft bei:
- Investitionen in die Infrastruktur: Avacon und enviaM-Gruppe investierten gemeinsam rund 292 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung der regionalen Stromnetze.
- Netzausbau in der Fläche: Im Jahr 2025 wurden über 500 Kilometer Verteilnetze neu gebaut, verstärkt oder modernisiert.
- Leistungsfähiges Übertragungsnetz: 2025 wurde im 50Hertz-Netzgebiet der Bau von über 500 Kilometern zusätzlicher Höchstspannungsleitungen an Land genehmigt. Damit werden sich die Transportkapazitäten für erneuerbaren Strom weiter erhöhen.
- Beschäftigungseffekte in der Region: Der Netzausbau sichert direkt und indirekt mehrere tausend Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt – von technischen Fachkräften bis hin zum regionalen Handwerk.
Jetzt entscheidend: Die zweite Phase der Energiewende
Für die zweite Hälfte der Energiewende sehen 50Hertz, Avacon und enviaM konkreten Handlungsbedarf und benennen vier zentrale Handlungsfelder:
- Stromkosten stabilisieren und Verbraucher entlasten
Die Energiewende muss in ihrer nächsten Phase konsequent auf Effizienz ausgerichtet werden. Netzausbau, Erzeugung und Flexibilitäten müssen stärker aufeinander abgestimmt werden, um Systemkosten zu begrenzen und Haushalte sowie Unternehmen zu entlasten. - Ausbau der Erneuerbaren besser mit Netzen synchronisieren
Der weitere Ausbau von Wind- und Solarenergie bleibt unverzichtbar, muss jedoch enger mit der vorhandenen und geplanten Netzinfrastruktur verzahnt werden. Nur so lassen sich Engpässe vermeiden und die Integration erneuerbarer Energien wirtschaftlich gestalten. - Steuerbare Kraftwerkskapazitäten gezielt ausbauen
Zur Sicherung der Stromversorgung bei schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien und für einen schnellen Netzwiederaufbau sind zusätzliche flexible und steuerbare Kraftwerkskapazitäten erforderlich. Insbesondere in Ostdeutschland besteht zusätzlicher Bedarf. Bestehende Förder- und Ausschreibungsmechanismen sollten so ausgestaltet werden, dass diese Regionen angemessen berücksichtigt werden. - Infrastruktur schneller planen und realisieren
Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sind Voraussetzung für den weiteren Fortschritt der Energiewende. Neben dem Netzausbau betrifft dies auch den zügigen Ausbau von Speichern, Elektrolyseuren und weiteren Flexibilitäten, die gezielt zur Entlastung der Netze beitragen können. Zusätzlich braucht es einen konsequenten Vorrang von Freileitungen gegenüber Erdkabeln, um Kosten zu senken und die Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken.
Gemeinsames Ziel: Ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Energiesystem
Die Energiewende ist ein Erfolgsprojekt für Sachsen-Anhalt. Das Bundesland nimmt aufgrund seines hohen Anteils erneuerbarer Energien und seiner Netzinfrastruktur eine Schlüsselrolle im zukünftigen Energiesystem ein. Aber der Erfolg der Energiewende ist in der zweiten Halbzeit kein Selbstläufer. Ohne leistungsfähige Netze gibt es keine Energiewende. Und ohne klare politische Entscheidungen keine leistungsfähigen Netze. Jetzt geht es nicht mehr um Ausbau allein. Es geht um Systemverantwortung, Effizienz und Prioritäten.
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Hintergrund
Die enviaM-Gruppe ist einer der führenden regionalen Infrastruktur- und Energiedienstleister in Ostdeutschland. Der Unternehmensverbund versorgt rund 1,1 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Energie-Dienstleistungen. Zur Unternehmensgruppe mit rund 4.500 Beschäftigten gehören die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), Chemnitz, sowie weitere Gesellschaften, an denen enviaM mehrheitlich beteiligt ist. Anteilseigner von enviaM sind mehrheitlich die E.ON SE sowie rund 650 ostdeutsche Kommunen.

