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Energiewende in Europa

Grün, effizient und nachhaltig – so soll die Energieversorgung der Zukunft in Deutschland aussehen. Im Sommer 2011 stellte die damalige Bundesregierung mit einem umfangreichen Gesetzespaket die Weichen. Seitdem sind die Bemühungen die deutsche Energieversorgung grundlegend umzubauen auch in Europa unter dem Schlagwort Energiewende bekannt.

Energiewende in Europa

Aber welchen Weg gehen unsere Nachbarländer in Sachen Energiezukunft? Ist die Energiewende ein deutscher Alleingang oder der europäische Weg? Wie wird die Energiewende in Europa finanziert?

Frankreich - ehrgeizige Ziele für eine erfolgreiche Energiewende.

4 Kühltürme eines Kraftwerkes stoßen die typischen Dampffahnen in einen blauen Himmel

Bis 2050 will Frankreich 75 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 1990. Schon 2030 soll 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen. Zudem sollen der Energieverbrauch und die Nutzung fossiler Energieträger deutlich zurückgefahren werden.

Doch derzeit rückt dieses Ziel in weite Ferne. Bislang kommen drei Viertel des französischen Stroms aus Atomkraft. Das französische Energiewende-Gesetz aus dem Jahr 2015 schreibt allerdings vor, den Atomanteil an der Stromproduktion bis 2025 auf 50 Prozent zu senken. Frankreich könnte in den kommenden acht Jahren bis zu 17 Atomreaktoren abschalten. Details oder einen klaren Fahrplan gibt es bisher aber nicht. Frankreich besitzt mit 58 Reaktoren den zweitgrößten Atompark der Welt.

Dänemark - Pioniere der Erneuerbaren Energien.

Windkrafträder eines Offshore-Windparks, Sonnenuntergang reflektiert auf dem Wasser

Dänemark verfolgt das Ziel, bis 2050 unabhängig von fossilen Energien zu sein. Im Jahr 2019 wurden rund 50 Prozent des dänischen Stroms aus Windenergie erzeugt. Bis 2030 hofft der skandinavische Staat auf einen 90-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien an Strom- und Wärmeversorgung, bis 2035 soll Fernwärme zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden. Während sich in Deutschland die Energiewende auf die Stromerzeugung konzentriert, ist in Dänemark auch die Wärmeversorgung Teil der Energiestrategie. 

Außerdem setzt das Land beim Aufbau von Windenergie auf Bürgerbeteiligung. Rund 80 Prozent der Anlagen sind im Besitz der Bürger vor Ort. Die Akzeptanz für Windkraftprojekte ist daher deutlich höher als in anderen EU-Staaten.

Zusätzlich bauen die Dänen auf Energieeffizienz. Die Bevölkerung verbraucht seit Jahren immer weniger Energie. Dabei hilft auch der Staat. Er belohnt Stromeinsparungen in privaten Haushalten und öffentlichen Einrichtungen finanziell.

Die autarke Insel

Samsø ist weltweit Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit. Auf der dänischen Ostsee-Insel leben die rund 3.500 Bewohner CO2-neutral. Durch die Nutzung von Windkraft und Solarenergie erreichten sie die Autarkie und exportieren sogar 40 Prozent ihrer selbst erzeugten Energie ans Festland. Von den innovativen Ideen wie Solartankstellen für Elektroautos oder Umwandlung von Stroh zu Strom lassen sich jährlich rund 5.000 Besucher in der inseleigenen Energie-Akademie inspirieren.

Tschechien - Rolle rückwärts bei der Energiewende.

Der obere Teil eines Kühlturmes ragt in eine Wolke aus Wasserdampf, die den Himmel verdeckt

Im Jahr 2012 veröffentlichte die tschechische Regierung ein Energiekonzept. Der Fahrplan sieht unter anderem vor, den Anteil der Kernenergie von aktuell ca. 30 Prozent auf über 50 Prozent bis zum Jahr 2050 zu erhöhen.

Im Gegenzug will das Land schrittweise die Stromproduktion aus Kohle und den Kohlendioxidausstoß senken. Das ist dringend notwendig, will Tschechien das europäische Klimaschutzziel, minus 20 Prozent CO2 Emission bis zum Jahr 2020, noch erreichen.

In den letzten Jahren waren nur sehr niedrige Zuwächse bei Strom aus Wind, Sonne und Biomasse zu beobachten. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll bis 2040 eher moderat erfolgen.

Österreich - neue Impulse für die Energiewende

Detailaufnahme eines Überlaufs von einem Wasserkraftwerk

Traditionell spielen die erneuerbaren Energien, vor allem die Wasserkraft, in Österreich eine große Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass im Jahr 2016 der Anteil der regenerativen Energien 33,5 Prozent am Gesamtenergieverbrauch betrug. Die Mindestvorgabe der EU für den Alpenstaat, 34 Prozent in 2020, ist somit nahezu erfüllt.

Die neue Regierung plant bis 2030 sogar einen Anteil von 100 Prozent an Erneuerbaren Energien sowie eine Dekarbonisierung des Energiesystems bis 2050. Derzeit beträgt der Anteil an Erneuerbaren Energien 75 Prozent.

Allerdings muss sich Österreich bemühen, den CO2-Ausstoß zu senken. So gingen die Treibhausgasemissionen zwar zurück, aber die europäische Zielstellung, minus 20 Prozent im Jahr 2020, erfüllt das Land noch längst nicht. Helfen soll der 100-prozentige Anteil an Erneuerbaren Energien, aber auch Wärme und Verkehr sollen bis 2050 CO2-neutral werden.

Die Österreicher nennen ihren Klima- und Energieplan „#mission 2030.“ Dieser sieht vor, dass in den Bereichen Gebäude und Verkehr die Luftverschmutzung bis zum Jahr 2030 stark sinken soll. Dafür wird in großen Städten der öffentliche Verkehr ausgebaut, auf den Straßen sollen mehr E-Autos fahren und das Carsharing-Angebot erweitert werden.

EU-SysFlex – Stromnetze besser überwachen und sicherer machen.

Die erneuerbaren Energien sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa im Aufwind. Bis 2030 sollen 50 Prozent des Strombedarfs in der Europäischen Union (EU) durch Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und andere erneuerbare Energiequellen gedeckt werden. Um die Stromversorgung angesichts dessen auch künftig sicher zu gestalten, ist das Projekt „EU-SysFlex“ aufgelegt worden. An ihm sind 15 europäische Länder beteiligt, in denen bis 2021 erforscht wird, wie der Strom auch weiterhin zuverlässig vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert werden kann.

MITNETZ STROM gehört in Deutschland zu den sogenannten Demonstratoren, die sich an EU-Sysflex beteiligen. Gemeinsam mit unserer Muttergesellschaft innogy, Fraunhofer-Gesellschaften und einem Softwarehersteller für Leitsysteme suchen wir nach Lösungen für eine bessere Überwachung des Netzes. Im Mittelpunkt steht das Engpassmanagement. Es greift, wenn mehr Strom aus erneuerbaren Energien in unser Netz eingespeist werden soll als aufgenommen werden kann. In diesem Fall müssen Anlagen abgeschaltet werden. Bisher verläuft dies unplanmäßig. Dies soll sich künftig ändern. Vorgesehen ist, die Daten zu Wetterprognosen mit unseren Netzdaten zu verknüpfen, um so Netzengpässe vorausschauend vorhersehen und einplanen zu können. Dies macht die Kontrolle des Netzes sehr viel einfacher und effektiver. 2020 wollen wir mit einem entsprechenden Pilottest beginnen.

So wie wir in Deutschland im Hochspannungsbereich arbeiten Netzbetreiber in Italien im Mittelspannungsbereich und in Finnland im Niederspannungsbereich an vergleichbaren Lösungen. Wir stehen mit ihnen im engen Austausch.

Elektromobilität in Europa.

Autos mit alternativen Antrieben spielen in Europa weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Der Absatz von Elektroautos, Hybridwagen und Fahrzeugen mit anderen alternativen Antrieben stieg 2017 in der Europäischen Union um rund 40 Prozent auf knapp 853.000 Fahrzeuge. Das macht aber nur einen Anteil von weniger als 6 Prozent des gesamten Automarktes aus. Bei reinen Elektroautos sieht es noch schlechter aus. Diese kommen lediglich auf einen Anteil von 1,4 Prozent. Im Jahr 2017 wurden in der EU mehr als 15,1 Millionen Wagen neu zugelassen, aber nur 216.000 davon waren elektrisch aufladbar oder via Brennstoffzellen betrieben.

Im reinen Elektroauto-Ranking steht Norwegen seit Jahren an der Spitze. Hier wurden 2017 insgesamt 62.313 Elektroautos zugelassen, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist allerdings auf ein massives Förderprogramm zurückzuführen. Norwegen erhebt beim Autokauf hohe Steuern, die Käufern von Elektrofahrzeugen erlassen werden.

Mit 54.617 verkauften batterieelektrischen, Brennstoffzellen- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen befindet sich Deutschland im europäischen Mittelfeld. Die Zahl der zugelassenen E-Autos verdoppelte sich allerdings.

Grafik Elektromobilität in Europa
Quelle: managermagazin.de
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