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Strom- und Gaspreise

Die Diskussionen um die steigenden Strom- und Gaspreise reißen nicht ab. Beide haben Rekordstände erreicht. Um die Gasversorgung in Deutschland bei einer schlechten Versorgungslage zu regeln, gibt es einen Notfallplan Gas. Dieser Plan sieht drei Stufen vor. Das Bundeswirtschaftsministerium hat vor einigen Wochen die zweite Alarmstufe ausgerufen und damit ein deutliches Signal an Industrie und Privatkunden gesetzt: Der Gasverbrauch muss sinken, um einen Mangel im Herbst und Winter zu verhindern.

Fakten rund um das Thema Netzentgelte Strom und Gas

Einflussfaktoren auf die Energiemärkte

Sowohl die Strom- als auch die Gaspreise sind seit Anfang 2021 in nie gekannte Höhen geschnellt und steigen weiter. Die aktuelle Marktsituation birgt große Unsicherheiten: Wettbewerber kündigen bestehende Kundenbeziehungen und es kommt zu Versorgungsausfällen durch Insolvenzen von Discountanbietern. Aber auch vielfältige andere Gründe spielen eine entscheidende Rolle:

  • stark steigende und volatile Marktpreise
  • Szenario einer Gasmangellage
  • Ausrufung 2. Stufe Notfallplan Gas 
  • steigende Kosten für fossile Brennstoffe
  • Ukrainekrieg
  • gestiegene Durchschnittsverbräuche

Neben diesen Faktoren beeinflussen auch die Tages- oder Ferienzeit und das damit verbundene Verbraucherverhalten die Energiepreise.

Gas- und Strompreise explodieren

Die Gas- und Strompreise steigen weiter und weiter. Eine dauerhafte Beruhigung des Marktes ist nicht erkennbar.

Was passiert bei einer Gasmangellage?

Kommt es zu einer Gasmangellage und Ausrufung der Notfallstufe, werden nicht-geschützte Kunden (nach §53a EnWG) zur Reduzierung des Lastflusses aufgefordert. Die Notfallvorsorge berücksichtigt einen besonderen Schutz von Haushalten und öffentlicher Infrastruktur, welche vorrangig zu beliefern sind.

Eine physische Gasmangellage wird vom vorgelagerten Fernleitungsnetz ausgehen. Die Netzdrücke sinken zuerst auf der Transportebene, wo überwiegend große Industriekunden angeschlossen sind. Die Netzdrücke im Verteilnetz könnten sich auf einem niedrigeren Niveau im Nieder-/Mitteldruck stabilisieren, wenn nicht-geschützte Kunden außer Betrieb gehen. Bei weiterem Druckabfall müssten dann auch die Ortsnetze sicher verwahrt werden.

Auswirkungen einer Gasmangellage auf das Stromnetz

Falls es zu einer Gasmangellage kommt, besteht ebenso die Gefahr der Überlastung des Stromnetzes durch Kunden, die zusätzlich elektrisch heizen. Im Falle einer lokalen Netzüberlastung lösen Sicherungen aus und verursachen eine lokale Versorgungsunterbrechung.

Was können Kunden tun?

Kunden sollten auf jeden Fall Ruhe bewahren. Es besteht aktuell kein Grund zur Sorge. Das Wichtigste ist Energie einzusparen, wo es nur möglich ist. Dabei zählt jede Kilowattstunde. Jeder kann und sollte mithelfen. Schon einfache Maßnahmen helfen, Energie und damit auch Geld zu sparen.

Kommt es zu einer Gasmangellage sollten Kunden keinesfalls an den Gasanlagen selbst aktiv werden. Die Gas-Netzanschlüsse/Gas-Anlagen sind überwiegend mit einem Gasdruckregelgerät ausgestattet. Dieses schließt bei Druckmangel im Netz selbstständig.

Der bewusste Umgang mit Energie ist aktuell wichtiger als je zuvor.

Zusammensetzung des Strompreises

Der Strompreis ist das Entgelt für die Belieferung mit elektrischer Energie und bildet sich aus drei Bestandteilen: Beschaffungs- und Vertriebskosten, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen.

Grund- und Arbeitspreis

Der Strompreis setzt sich aus dem Verbrauchspreis und dem Grundpreis zusammen. Unter dem Verbrauchspreis sind alle Kosten zu verstehen, die für die Stromlieferung und den -verbrauch anfallen. Er wird in Cent pro Kilowattstunde berechnet. Der Grundpreis ist vom Stromverbrauch unabhängig. Er beinhaltet die Aufwendungen für die Bereitstellung der Leistung, den Messstellenbetrieb, die Abrechnung und die Vertriebskosten.

Steuern, Abgaben, Umlagen

Auf den Strompreis werden zahlreiche staatlich festgelegte Steuern, Abgaben und Umlagen erhoben. Der Stromversorger hat auf ihre Höhe keinen Einfluss. 

Netzentgelte 

Bei den Netzentgelten handelt es sich um eine Gebühr, die jeder Netznutzer, der Strom durch das Versorgungsnetz leitet, an den Netzbetreiber zahlen muss. Bei Haushaltskunden ist der jeweilige Stromlieferant der Netznutzer. Er sammelt die Netzentgelte von den Verbrauchern ein und leitet sie an den Netzbetreiber weiter. Die Netzentgelte werden staatlich reguliert, weil sich die jeweilige Höhe nicht im freien Wettbewerb bilden kann, da Stromnetze natürliche Monopole sind. Der Stromversorger hat auf ihre Höhe keinen Einfluss. Die Netzentgelte schwanken regional und sind deshalb bei jedem Netzbetreiber unterschiedlich hoch. Tendenziell sind sie im ländlichen Raum höher als in städtischen Ballungszentren. Im Bundesdurchschnitt sind die Netzentgelte in Nord- und Ostdeutschland am höchsten. Die Abweichungen ergeben sich unter anderem aus den Kosten für die Errichtung, Instandhaltung und den Betrieb des jeweiligen Stromnetzes, der Auslastung, dem Alter und der Qualität des Stromnetzes sowie aus den Kosten für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien.

Beschaffungs- und Vertriebskosten

Die Beschaffungs- und Vertriebskosten werden durch den Einkauf und den Vertrieb des Produktes Strom verursacht. Sie sind nicht staatlich festgelegt oder staatlich reguliert und lassen den Stromanbietern Spielraum für ihre eigene Preisgestaltung. Auch die Kosten für die Strombeschaffung werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Gemeint sind damit unter anderem politische Rahmenbedingungen, die Konjunkturentwicklung, die Witterungsbedingungen, die Transportkosten und die Kosten für Brennstoffe.

Die Energiewende hat ihren Preis

Seit Beginn der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat sich der Strompreis für Haushalte in Deutschland mehr als verdoppelt. Dies ist unter anderem auf die Energiewende zurückzuführen. Der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis hat sich um über 250 Prozent erhöht. Der Anteil der Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Netzentgelt ist um 67 Prozent gestiegen. Aktuell setzt sich der Strompreis eines durchschnittlichen Haushalts zu 40 Prozent aus Steuern, Abgaben und Umlagen, zu 38 Prozent aus Beschaffungs- und Vertriebskosten und zu 22 Prozent aus Netzentgelten zusammen.

Vielfalt auf dem Strommarkt

Jeder Haushaltskunde hat einen Anspruch auf Grundversorgung. Diese Energie liefert der örtliche Grundversorger. Dieser springt auch ein, wenn ein Versorgungsunternehmen seinen Lieferverpflichtungen nicht mehr nachkommt, so dass niemand im Dunkeln sitzen muss. Neben den Grundversorgern gibt es zahlreiche weitere regionale und überregionale Energieversorgungsunternehmen. Die Wahl des Stromanbieters ist jedem Kunden selbst überlassen. Der jeweils aktuelle Strompreis ist abhängig vom Wohnort und vom Anbieter.