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Strom- und Gaspreise

Die Diskussionen um die steigenden Strom- und Gaspreise reißen nicht ab. Beide haben Rekordstände erreicht. Immer mehr Billiganbieter können deshalb ihre Kunden nicht mehr mit Energie beliefern.

Fakten rund um das Thema Netzentgelte Strom und Gas

Einflussfaktoren auf die Energiemärkte

Sowohl die Strom- als auch die Gaspreise sind seit Anfang 2021 in nie gekannte Höhen geschnellt. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • die steigende Nachfrage nach Energie
  • die steigenden Kosten für fossile Brennstoffe
    -> hier insbesondere für Erdgas, aufgrund der relativ leeren Gasspeicher in Europa
    -> der geringen Flüssiggas-Lieferungen nach Europa
    -> der Nichtinbetriebnahme der Gas-Pipeline Nordstream II 
  • die steigenden Preise für CO2-Zertifikate
  • die Abschaltung von Kernkraftwerken
  • die witterungsbedingte Flaute bei Windenergie
  • der Ukraine-Krieg

Neben diesen Faktoren beeinflussen aber beispielsweise auch die Tages- oder Ferienzeit und das damit verbundene Verbraucherverhalten die Energiepreise.

Höchstpreise am Gasmarkt

Seit Anfang 2021 haben sich die Großhandelspreise für Erdgas verfünffacht. Der Spotmarktpreis stieg von etwa 20 Euro auf rund 100 Euro pro Megawattstunde. So teuer war Erdgas noch nie.

Wussten Sie schon?

Der Spotmarkt ist der Handelsplatz für kurzfristig lieferbare Energie innerhalb von ein bis zwei Tagen. Er unterscheidet sich vom Terminmarkt, auf dem längerfristige Lieferverträge mit einer Vorlaufzeit von bis zu sechs Jahren geschlossen werden.

Massive Preissteigerungen am Strommarkt

Wie bei Erdgas haben sich auch bei Strom die Großhandelspreise seit Anfang 2021 verfünffacht. Der Spotmarktpreis ist von circa 50 Euro auf rund 250 Euro pro Megawattstunde gestiegen - so hoch wie nie zuvor.

Zusammensetzung des Strompreises

Der Strompreis ist das Entgelt für die Belieferung mit elektrischer Energie und bildet sich aus drei Bestandteilen: Steuern, Abgaben und Umlagen sowie  Netzentgelten bzw. Beschaffungs- und Vertriebskosten.

Grund- und Arbeitspreis

Der Strompreis setzt sich aus dem Verbrauchspreis und dem Grundpreis zusammen. Unter dem Verbrauchspreis sind alle Kosten zu verstehen, die für die Stromlieferung und den -verbrauch anfallen. Er wird in Cent pro Kilowattstunde berechnet. Der Grundpreis ist vom Stromverbrauch unabhängig. Er beinhaltet die Aufwendungen für die Bereitstellung der Leistung, den Messstellenbetrieb, die Abrechnung und die Vertriebskosten.

Steuern, Abgaben, Umlagen

Auf den Strompreis werden zahlreiche staatlich festgelegte Steuern, Abgaben und Umlagen erhoben. Der Stromversorger hat auf ihre Höhe keinen Einfluss. 

Netzentgelte 

Bei den Netzentgelten handelt es sich um eine Gebühr, die jeder Netznutzer, der Strom durch das Versorgungsnetz leitet, an den Netzbetreiber zahlen muss. Bei Haushaltskunden ist der jeweilige Stromlieferant der Netznutzer. Er sammelt die Netzentgelte von den Verbrauchern ein und leitet sie an den Netzbetreiber weiter. Die Netzentgelte werden staatlich reguliert, weil sich die jeweilige Höhe nicht im freien Wettbewerb bilden kann, da Stromnetze natürliche Monopole sind. Der Stromversorger hat auf ihre Höhe keinen Einfluss. Die Netzentgelte schwanken regional und sind deshalb bei jedem Netzbetreiber unterschiedlich hoch. Tendenziell sind sie im ländlichen Raum höher als in städtischen Ballungszentren. Im Bundesdurchschnitt sind die Netzentgelte in Nord- und Ostdeutschland am höchsten. Die Abweichungen ergeben sich unter anderem  aus den Kosten für die Errichtung, Instandhaltung und den Betrieb des jeweiligen Stromnetzes, der Auslastung, dem Alter und der Qualität des Stromnetzes sowie aus den Kosten für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien.

Beschaffungs- und Vertriebskosten

Die Beschaffungs- und Vertriebskosten werden durch den Einkauf und den Vertrieb des Produktes Strom verursacht. Sie sind nicht staatlich festgelegt oder staatlich reguliert und lassen den Stromanbietern Spielraum für ihre eigene Preisgestaltung. Auch die Kosten für die Strombeschaffung werden von zahlreichen Faktoren  beeinflusst.  Gemeint sind damit unter anderem politische Rahmenbedingungen, die Konjunkturentwicklung, die Witterungsbedingungen, die Transportkosten und die Kosten für Brennstoffe.

Die Energiewende hat ihren Preis

Seit Beginn der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat sich der Strompreis für Haushalte in Deutschland mehr als verdoppelt. Dies ist unter anderem auf die Energiewende zurückzuführen. Der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis hat sich um über 250 Prozent erhöht. Der Anteil der Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Netzentgelt ist um 67 Prozent gestiegen. Aktuell setzt sich der Strompreis eines durchschnittlichen Haushalts zu 40 Prozent aus Steuern, Abgaben und Umlagen, zu 38 Prozent aus Beschaffungs- und Vertriebskosten und zu 22 Prozent aus Netzentgelten zusammen.

Vielfalt auf dem Strommarkt

Jeder Haushaltskunde hat einen Anspruch auf Grundversorgung. Diese Energie liefert der örtliche Grundversorger. Dieser springt auch ein, wenn ein Versorgungsunternehmen seinen Lieferverpflichtungen nicht mehr nachkommt, so dass niemand im Dunkeln sitzen muss. Neben den Grundversorgern gibt es zahlreiche weitere regionale und überregionale Energieversorgungsunternehmen. Die Wahl des Stromanbieters ist jedem Kunden selbst überlassen. Der jeweils aktuelle Strompreis ist abhängig vom Wohnort und vom Anbieter.