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Erneuerbare-Energien-Gesetz

Nachdem das Bundeswirtschaftsministerium mit der EEG-Novelle 2017 den Weg zu einer marktwirtschaftlichen Öffnung und mehr Wettbewerb bei den erneuerbaren Energien freigemacht hat, wurde mit einer aktuellen Gesetzesänderung 2021 weiter nachjustiert. Insbesondere die Photovoltaik profitiert davon.

Großflächige Boden-Photovoltaik-Anlage, im Hintergrund zahlreiche Windkrafträder

Neuerungen der Reform

Bereits seit 2017 wird die Vergütung der Stromerzeugung durch neue EEG-Anlagen überwiegend mittels Auktionen festgelegt, wobei kleine Anlagen ausgenommen sind. An diesem Instrument wird weiter festgehalten. Die beiden "kleinen" Novellen 2020 und 2021 haben darüber hinaus den sogenannten Solardeckel aufgehoben und der jährliche Zubau für das Jahr 2022 für Wind an Land um 1,1 Gigawatt (GW) auf vier GW und bei der Photovoltaik (PV) um 4,1 GW auf sechs GW angehoben.

Zudem wurde nun die Grundlage für die finanzielle Beteiligung von Kommunen an PV-Freiflächenanlagen gelegt – bisher war eine Beteiligung nur für an Land gelegenen Windkraftanlagen möglich. Auch Selbstverbraucher mit kleineren Erneuerbare-Energien-Anlagen profitieren von der aktuellen Novelle: Waren bisher nur Anlagen mit einer installierten Leistung von 10 Kilowatt von der EEG-Umlage befreit, wurde diese Schwelle nun auf 30 Kilowatt angehoben.

Gleichzeitig wurde auch die Anmeldung kleinerer Anlagen vereinfacht. Wer beim Netzbetreiber den Anschluss einer Anlage bis 10,8 Kilowatt beantragt und binnen einen Monats keinen Anschlussplan erhält, darf die Anlage in Betrieb nehmen. Weiterhin gilt auch die Pflicht zum Einbau eines Smart Meters nur bei neuen Anlagen mit einer Leistung von mehr als 8 Kilowatt.

Und auch für Vermieter und Mieter bringt die EEG-Novelle 2021 etwas Neues: Mieterstromprojekte werden jetzt proportional zur eingespeisten Menge gefördert und zwar bis zu einer Obergrenze von 750 statt wie bisher 100 Kilowatt. Außerdem darf der Betreiber der Anlage den Strom auch an Mieter innerhalb desselben Wohnquartiers verkaufen – die bisherige Lösung sah hier eine Beschränkung auf ein einzelnes Gebäude vor.

Kleine Direktvermarktung – Alternative für Solaranlagen mit auslaufender EEG-Förderung

Die Eigenerzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien liegt seit Jahren im Trend. Immer mehr Hauseigentümer nutzen Solaranlagen, um klimafreundlich elektrische Energie zu produzieren. Für sie beginnt ab 2021 eine neue Zeitrechnung. Denn zum Jahreswechsel endet für die ersten Solaranlagen die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Konkret gilt dies für alle Solaranlagen, die im Jahr 2000 oder davor an das Stromnetz angeschlossen worden sind. 

Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung endet die Pflicht der Netzbetreiber, den Strom aus diesen Solaranlagen abzunehmen und zu vergüten. Hauseigentümer müssen sich folglich Gedanken darübermachen, was mit dem von ihrer Solaranlage erzeugten Strom künftig geschehen soll. Eine Möglichkeit ist, den Strom vollständig oder teilweise zu vermarkten. Dafür sieht der Gesetzgeber das Modell der sonstigen Direktvermarktung vor, bei dem der Vertrieb des Stroms über einen Stromhändler erfolgt, der ihn an der Strombörse verkauft.

Solardiensleistungen

Auch die kleine EEG-Novelle von 2021 sieht diesen Vermarktungsweg vor, gewährt aber eine Auffangsvergütung für "ausgeförderte" Anlagen.

Die sonstige Direktvermarktung ist für Hauseigentümer sehr aufwändig. Schon jetzt ist absehbar, dass in vielen Fällen der Aufwand den Nutzen übersteigen wird. Im schlimmsten Fall könnten die Betroffenen deshalb ihre funktionsfähigen Solaranlagen stilllegen, da sich ein Betrieb für sie nicht mehr lohnt. 

Um dies zu vermeiden, schlägt enviaM das Modell der sogenannten kleinen Direktvermarktung vor. Der Energiedienstleister hat dazu gemeinsam mit anderen Unternehmen, darunter EnBW, SENEC und sonnen, ein an die Politik adressiertes Positionspapier erstellt. Die kleine Direktvermarktung ermöglicht Hauseigentümern mit Solaranlagen einen einfachen und günstigen Marktzugang aus einer Hand. Sie lässt sich mit einem minimalen gesetzgeberischen Aufwand umsetzen. Sie unterscheidet sich von der sonstigen Direktvermarktung insbesondere dadurch, dass sie mit wesentlich geringeren Anforderungen an die Mess- und Zählertechnik beim Betreiber der Solaranlage und vereinfachten Prozessen, zum Beispiel bei der Energiemengen-Bilanzierung oder beim elektronischen Vertragsschluss, auskommt.

"Der Kunde will so viel Markt wie möglich mit so wenig Aufwand wie nötig", so Dr. Andreas Auerbach, enviaM-Vorstand Vertrieb. "Bei unserem Vorschlag kann der Kunde selbst entscheiden, mit wem und an wen er seinen grünen Strom verkauft. Die Abwicklung erfolgt dabei vollständig digital. Kundenwunsch und volkswirtschaftliche Effizienz gehen hier Hand in Hand."