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Stromverbrauch Internet, Internetbrille

Stromverbrauch des Internets

Wie viel Energie verbraucht das Internet? Ein Vergleich.

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Egal, ob am Arbeitsplatz, Zuhause oder unterwegs - wir nutzen das Internet täglich und überall. Weltweit sind 2,5 Milliarden Menschen mit Smartphones, Tablets, Laptops und klassischen PCs online. Möglich machen dies unzählige Rechenzentren. Auf tausenden von Servern liegen die Daten, auf die wir 24 Stunden am Tag zugreifen. Was so selbstverständlich erscheint, erfordert aufwändige Technologien und zieht einen enormen Stromverbrauch nach sich.

Wäre das Internet ein Land, hätte es nach einer Studie von Greenpeace den weltweit sechstgrößten Stromverbrauch. Der Energiebedarf vieler IT-Unternehmen ist mit dem einer Stadt vergleichbar. So liegt er bei deutschen Rechenzentren laut Fraunhofer Institut bei zehn bis fünfzehn Terrawattstunden pro Jahr, etwa so viel wie die Hauptstadt Berlin benötigt. Allein die Datenzentren von Google verbrauchen laut "New York Times" so viel Strom wie eine 200.000-Einwohner-Stadt.

Durch mehr Effizienz Strom und Geld sparen.

Der immense Stromverbrauch verursacht bei den IT-Unternehmen hohe Kosten. Daher möchten sie ihre Rechenzentren effizienter machen. Energie kann eingespart werden, indem der Wirkungsgrad der Server verbessert wird. 40 Prozent des Stromverbrauchs benötigt deren Kühlung. Mittlerweile müssen viele Rechenzentren nicht mehr so stark gekühlt werden wie noch vor wenigen Jahren, weil die moderne Technik höheren Temperaturen standhält. Weitere Einsparpotentiale bestehen in der effizienteren Auslastung der Server. Sie können stromsparender arbeiten, wenn sich ihre Leistung der IT-Last anpasst. 

Wachsender Strombedarf durch Cloud-Lösungen und Streaming-Dienste.

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Ein neuer Trend ist das Cloud-Computing, bei dem die Daten nicht mehr lokal auf dem eigenen Computer oder Smartphone gespeichert werden, sondern auf globalen Servern. So kann von überall auf der Welt auf diese Daten im virtuellen Speicher zugegriffen werden. Dies ist sehr stromintensiv.

Auch das Streamen von Musik und von Filmen verschlingt gigantische Mengen an Strom. Ein Hauptverursacher am Datenverkehr in den USA ist der Streaming-Anbieter Netflix. Mit 83 Millionen Abonnenten gilt er als weltweiter Marktführer. Laut Greenpeace machen die über Netflix gestreamten Serien und Filme zu Spitzenzeiten mehr als ein Drittel des Datenverkehrs in Nordamerika aus.

Dies alles erfordert den Bau von neuen Rechenzentren. Der Trend geht zu immer größeren, sogenannten Hyperscale Rechenzentren. Diese haben die Größe von mehreren Fußballfeldern und den Stromverbrauch einer Kleinstadt. Aktuell gibt es weltweit 350 von ihnen. Ihre Anzahl wird sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

Digitale Zahlen & Fakten.

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Laut Report der Digital-Agentur "We Are Social" hat die globale Verbreitung der Internetnutzung im Jahr 2017 die 50 Prozent Marke geknackt. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist online. 

  • 3,77 Milliarden Internet-Nutzer, das sind 50 Prozent der Weltbevölkerung
  • 2,8 Milliarden Social Media-Nutzer
  • 4,92 Milliarden einzelne Mobile-Nutzer
  • 1,61 Milliarden E-Commerce-Nutzer

Um den weltweiten Strombedarf der Rechenzentren zu decken, wird die Energie von etwa 40 Großkraftwerken benötigt. Allein deutsche Rechenzentren verbrauchen soviel Energie wie fünf Großkraftwerke erzeugen.

Ausblick.

Stromverbrauch Internet

In fünf bis sechs Jahren benötigt das Internet 20 bis 25 Prozent mehr Strom. Im Jahr 2050 werden 50 Milliarden Geräte online sein. In der „Industrie 4.0“ kommunizieren selbst Maschinen mit Maschinen über das Internet.

Ein autonom fahrendes Auto produziert eine Datenmenge von rund 250 Gigabyte pro Stunde. Derzeit sind es bei smarten Autos 25 Gigabyte. 1,5 Millionen autonome Autos erzeugen so viel Daten, wie die gesamte heutige Bevölkerung, die online ist.

Somit ist beim Stromfresser Internet kein Ende in Sicht. Die Tendenz ist eher steigend. Hier sind Forschung und Entwicklung stark gefragt.