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Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Intelligente Vernetzung aller Netzteilnehmer.

Windpark Frehne

Die Digitalisierung hat den Energiesektor voll erfasst. In nur wenigen Jahren wird der Energiemarkt anders aussehen als heute. Anlass zur Sorge sollte die digitale Revolution allerdings nicht bereiten. Im Gegenteil, die Chancen sind gewaltig.

Die Energiewende ist geprägt von dezentraler Erzeugung, die derzeit noch viel zu oft die Stromnetze überlastet. Das passiert in sogenannten Spitzenzeiten, wenn zum Beispiel aufgrund der aktuellen Wetterlage zu viel von Wind- und Solaranlagen produzierter Strom eingespeist wird. In der Folge müssen energieerzeugende Anlagen heruntergefahren werden. Die größte Herausforderung der Energiewende ist es, die dezentral erzeugte Energie genau nach Bedarf der Verbraucher bereitzustellen. Dazu müssen zum einen die Netze ausgebaut und verstärkt werden. Zum anderen gilt es, intelligente Technologien zu entwickeln und zu integrieren, die alle Netzteilnehmer – also Erzeuger, Versorger, Verbraucher und Netzbetreiber – miteinander kommunizieren und kooperieren lassen.  

Daten im Zentrum der Digitalisierung.

Intelligente Messsysteme im Prüflabor der Hochschule Merseburg

Grundlage dieser Kommunikation ist eine intelligente Vernetzung des Energiesystems. Ein Anfang sind virtuelle Kraftwerke. Hier wird die Leistung vieler kleiner dezentraler Anlagen von Kunden und Partnern gebündelt und zentral gesteuert. Das ist nur durch den technischen Fortschritt der Digitalisierung und Automatisierung möglich. Und was kommt in Zukunft? Der Sharing-Community-Trend gewinnt auch im Energiesektor an Einfluss. Energysharing basiert dabei auf einem virtuellen Marktplatz, auf dem die Kunden entscheiden, von wem sie ihre Energie beziehen und wem sie ihre selbst erzeugte Energie bereitstellen. So kann beispielsweise die Energie des über Nacht geladenen Elektrofahrzeugs am Morgen selbst genutzt oder der Nachbarschaft zu einem attraktiven Preis angeboten werden. Hierbei werden Peer-to-Peer Netzwerke eine Rolle spielen. 

Damit das alles möglich ist, sind Daten notwendig, die stetig erhoben, analysiert und ausgetauscht werden. Eine immense Datenmenge wird künftig mit Einführung der intelligenten Messsysteme generiert. Das hat Vorteile für beide Seiten: Dem Verbraucher bringt es Transparenz und Effizienz. Der Netzbetreiber wiederum kann sein Netz besser steuern sowie Ein- und Ausspeisung besser in Einklang bringen.      

Neue Tarife, Produkte und Dienstleistungen.

Laden eines Elektroautos

Die Digitalisierung verändert die Branche und beeinflusst dabei alle Geschäftsbereiche. Nicht nur das Netz, auch die Erzeugung und den Vertrieb. Es gilt, neue Geschäftsmodelle zu erschließen. Die Unternehmen entwickeln bereits neue Tarife, Produkte und Dienstleistungen. Dazu zählen zum Beispiel flexible Tarife. Bei diesen Tarifen ist der Strompreis dann besonders niedrig, wenn zum Beispiel die Sonne scheint oder der Wind stark weht, wenn die Nachbarn mehr erzeugen als sie verbrauchen, wenn also viel Energie zur Verfügung steht. Die Energieunternehmen werden vom Versorger zum Entsorger. 

Eine optimale Ausnutzung digitaler und flexibler Tarife ist mit der intelligenten Haussteuerung möglich. Damit werden sämtliche elektrische Geräte im Haus überwacht und gesteuert. Mittels intelligenter Haussteuerung und flexibler Tarife werden die Bedürfnisse der Bewohner mit dem Angebot an Strom abgeglichen. So schalten sich zum Beispiel Geschirrspüler oder Waschmaschine automatisch an, das Elektromobil wird geladen oder die Speicher werden gefüllt. Auch der Komfort des Kunden kommt nicht zu kurz. Alarmanlage, Beleuchtung, Rollläden und Heizung richten sich nach den Gewohnheiten der Bewohner. Sekundengenau können Daten erhoben, analysiert, kombiniert und dann die Anlagen darüber optimiert werden. Das System lernt dabei eigenständig, sich auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner einzustellen. 

Datenschutz im Internet der Energie.

Ohne Daten geht es also nicht mehr. Umso wichtiger ist deren Schutz. Die Daten der Kunden behandeln die Energieversorger vertraulich und gehen sorgsam damit um. Allein die Kunden entscheiden, ob ein Dritter darauf Zugriff bekommt oder nicht.

Die Digitalisierung der Energiewirtschaft ist eine Aufgabe für alle Beteiligten: Energiewirtschaft, Verbraucher, Politik und Wissenschaft müssen kooperieren, um digitale Lösungen zu entwickeln. Ein Treiber dieser Entwicklung in den neuen Bundesländern ist die enviaM-Gruppe. Der Unternehmensverbund will gemeinsam mit Partnern aus der Region das Internet der Energie in Ostdeutschland entwickeln. Es verknüpft Energieverbraucher und Energieerzeuger miteinander und koppelt zudem den Strom- mit dem Wärme- und Verkehrssektor. Voraussetzung dafür sind die Daten der Energieverbraucher und Energieerzeuger. Sie werden miteinander verbunden und ermöglichen so eine intelligente Steuerung der Energiesysteme. Das Ergebnis ist eine sichere, wirtschaftliche und umweltfreundliche Energieversorgung.