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Panorama-Aufnahme von zahlreichen Windkrafträdern im Windpark Frehne

Energiewende in Deutschland

Das Energiekonzept der Bundesregierung setzt ehrgeizige Ziele.

Die Reduktion von Treibhausgasen ist das ursprüngliche Ziel der Energiewende. Nach der Atomkatastrophe in Fokushima 2011 rückte auch der Atomausstieg in Deutschland stärker in den Fokus. Beide sind bis heute ihre Triebfedern. 
Die Bundesregierung hat dies mit zahlreichen Zielen verknüpft:

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Die Ziele der Energiewende sind klar gesteckt:

+ stufenweiser Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022
+ stetiger Ausbau der erneuerbaren Energien
+ Steigerung der Energieeffizienz
+ bis 2020 Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 % gegenüber 1990

3 paar Hände greifen als Zeichen für Solidarität ineinander

Nur mangelt es bei der  Umsetzung dieser Ziele an einer einheitlichen und koordinierten Vorgehensweise. Unsere Studie EnergieweltOst bestätigt dies: von Bund, Ländern und Kommunen. Die Herausforderungen sind groß. Erneuerbare Energien und die Digitalisierung revolutionieren die Energieversorgung. Hohe Investitionen in Netze und Innovationen sind notwendig. Weiterhin gilt es, die Kosten der Energiewende zu begrenzen und gerecht zu verteilen, denn die Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt. Deshalb müssen alle Bürger, Unternehmen und Kommunen einen angemessenen Anteil zur Finanzierung der Energiewende leisten.

Erfahren Sie mehr zum Thema Solidarität bei der Energiewende in unserem Video.

1 | Ausbau der erneuerbaren Energien und Stromüberschuss.

Grafik Ausbau der Erneuerbaren Energien

Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht dank der staatlichen Förderung schnell voran. Im enviaM-Netzgebiet liegt der Anteil der grünen Energien am Letztverbraucherabsatz 2015 schon bei 90 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch als der Bundesdurchschnitt. Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Bis 2025 prognostizieren wir nahezu eine Verdreifachung der installierten Einspeiseleistung aus regenerativen Energien in unserem Netzgebiet. Problematisch ist, dass bereits heute in Spitzenzeiten mehr grüner Strom produziert als verbraucht wird. Die vorhandenen Netze sind aber nicht in der Lage den StromÜberschuss aufzunehmen. Außerdem wird ein Großteil des Ökostroms in Ost- und Norddeutschland erzeugt, aber in den Industriezentren im Süden Deutschlands verbraucht. Das heißt, der grüne Strom muss über weite Strecken transportiert und die Stromnetze entsprechend ausgebaut werden.

2 | Netzausbau im Gleichklang mit dem Ausbau erneuerbarer Energien.

Eine Hürde bei der Umsetzung der Energiewende ist der schleppende Ausbau der Stromnetze. Zurzeit hält er nicht mit dem raschen Zubau der grünen Erzeugungsanlagen Schritt. Dieses Ungleichgewicht hat spürbare Folgen für die Stabilität der Netze und die Versorgungssicherheit. 2010 mussten wir in unserem Netzgebiet 16 mal die Einspeisung von erneuerbaren Strom drosseln, um eine Überlastung der Stromnetze zu vermeiden. In 2015 waren es bereits 534 Eingriffe. In den Verteilnetzen werden über 90 Prozent des erneuerbaren Stroms eingespeist. Ein Großteil der Anlagen entsteht auf der grünen Wiese. Regionalversorger, wie die enviaM-Gruppe, müssen erheblich in den Neu- und Ausbau der Netzinfrastruktur investieren. Damit der Netzausbau in Ostdeutschland koordiniert erfolgt, stimmen wir uns intensiv mit den anderen ostdeutschen Flächennetzbetreibern ab.

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3 | Bezahlbare Strompreise und stabile Rahmenbedingen für Investitionen.

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif. Wichtig ist, dass Strom bezahlbar bleibt, um die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung nicht zu gefährden. Die EEG-Umlage und andere staatliche Belastungen dürfen nicht weiter steigen.

Vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Neu- und Ausbau der Netzinfrastruktur müssen finanziert werden. Deshalb rechnen Experten auch in den nächsten Jahren mit steigenden Strompreisen trotz weitgehend konstanter Beschaffungskosten für Energie. Die größten Kostentreiber sind Steuern, Abgaben und Umlagen, wie zum Beispiel die EEG-Umlage. Diese machen im Jahr 2016 54 Prozent des Strompreises aus. Zu den staatlich veranlassten Umlagen kommen noch die Netzentgelte hinzu, mit denen der Ausbau der Netze finanziert wird. Die finanziellen Lasten der Energiewende müssen letztendlich die Verbraucher tragen, vor allem die Haushalte und der Mittelstand. Die energieintensive Industrie ist hingegen von den Netzentgelten, der EEG-Umlage und Stromsteuer ganz oder teilweise befreit.

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4 | Das Strommarktgesetz - ein erster Schritt für einen zukunftsfähigen Strommarkt.

Der Bundestag hat am 24. Juni 2016 das Strommarktgesetz beschlossen und damit den über zwei Jahre andauernden Prozess zur Reform des Strommarkts zu einem vorläufigen Ende gebracht.

Mit dem Strommarktgesetz soll der Strommarkt weiter entwickelt werden, um auch zukünftig eine kostengünstige und sichere Stromversorgung zu gewährleisten, gerade vor dem Hintergrund, dass immer mehr regenerative Energien den Markt bestimmen. Dazu sollen eine Kapazitäts- und Netzreserve sowie eine Sicherheitsreserve aus Braunkohlekraftwerken beitragen. Zusätzlich verpflichtet sich die Bundesregierung Preisspitzen zuzulassen und unter keinen Umständen in die Preisbildung einzugreifen. Eine Strompreisbremse ist damit ausgeschlossen.

Neben dieser Grundsatzentscheidung hat sich die Bundesregierung entschlossen, Maßnahmen zur Senkung der Netzentgelte in Angriff zu nehmen. 

5 | Klimaschutzplan.

Klimaschutzplan, Kamille mit Kraftwerk im Hintergrund

Treibhausgasneutrales Deutschland bis 2050

Im November 2016 hat die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050 beschlossen. Es ist das erste Regierungsdokument, das den Weg in ein weitgehend treibhausgasneutrales Deutschland beschreibt. Der Plan enthält Klimaziele für die einzelnen Wirtschaftszweige Industrie & Gewerbe, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Gebäude sowie Verkehr.

Mit dem Klimaschutzplan bekennt sich die Bundesregierung zum Pariser Klimaschutzabkommen, welches auch von Deutschland unterzeichnet worden ist. Die Weltgemeinschaft hat sich auf das Ziel verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.

Klimaziele

Der Klimaschutzplan sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 verringert werden sollen. Konkret sind für die einzelnen Sektoren folgende Vorgaben vorgesehen.

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Von zentraler Bedeutung ist der Umbau der Energiewirtschaft. In diesem Sektor wurden mit der Energiewende bereits entsprechende Weichenstellungen vorgenommen. Die Energiewende sieht vor, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut und im Gegenzug die Stromerzeugung aus klimaschädlichen fossilen Energien zurückgefahren werden soll. Ein konkreter Termin für den Ausstieg aus der Kohle wird im Klimaschutzplan nicht genannt. Hierzu heißt es lediglich, dass die Klimaschutzziele nur erreicht werden können, wenn die Kohleverstromung schrittweise verringert wird. 

6 | Mieterstromgesetz.

Im Sommer 2017 wurde das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom beschlossen. Es ist am 25. Juli 2017 in Kraft getreten. Damit können Mieter zukünftig auch wirtschaftlich von Photovoltaikanlagen profitieren.

Der Mieterstrom wird mit Solaranlagen in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Wohnung produziert und muss somit nicht über die öffentlichen Netze geleitet werden. Daher entfallen für diesen Strom die Netzentgelte. Außerdem wird ein Mieterstromzuschuss darauf gezahlt. Da die Ostdeutschen die höchsten Netzentgelte zahlen, entsteht der größte Nutzen des Gesetzes auch in Ostdeutschland. Jeder Mieter entscheidet frei, ob er verfügbaren Mieterstrom beziehen möchte oder einen anderen Stromanbieter wählt.

Die Versorgungssicherheit ist bei diesem Modell des Mieterstroms nicht beeinträchtigt. Wenn zusätzlicher Strom benötigt wird, kann er über das öffentliche Netz bezogen werden. Umgekehrt kann überschüssiger Strom aus der Mieterstromanlage in das öffentliche Netz zu den Konditionen des EEG eingespeist werden oder es kommen Batteriespeicher zum Einsatz.

7 | Engagement der enviaM-Gruppe für die Energiewende.

Innenaufnahme der enviaM-Blockheizkraftwerks Herzberg mit Blick auf grünen Generator

Das Netzgebiet des enviaM-Netzbetreibers MITNETZ STROM gehört bundesweit zu den Regionen mit der höchsten installierten Leistung aus erneuerbaren Energien. Rein rechnerisch decken Sonne, Wind und andere erneuerbare Energiequellen hier bereits über 90% des Stromverbrauchs ab. Damit sind im Netzgebiet schon jetzt die Ziele der Bundesregierung für das Jahr 2050 erreicht. Um eine reibungslose Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten, wird das Stromnetz zügig ausgebaut.

Die enviaM-Gruppe setzt des Weiteren bei der eigenen Stromerzeugung verstärkt auf erneuerbare Energien. Der Unternehmensverbund hat 2015 ein Investitionsprogramm aufgelegt, in dem 250 Millionen Euro für den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Schwerpunkt ist die Windenergie.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, spielt auch die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Daher hat der Unternehmensverbund Energieeffizienznetzwerke für Unternehmen, Kommunen und Stadtwerke eingerichtet. Er unterstützt darüber hinaus mit dem Fonds Energieeffizienz finanziell Projekte in Städten und Gemeinden. 

Außerdem braucht die Energiewende mehr Innovationen und weiterentwickelte Technologien. Auch daran arbeitet die enviaM-Gruppe. Leistungsstarke Energiespeicher oder neue intelligente Netzstrukturen sind nur zwei Lösungsansätze, um den drängendsten Herausforderungen beim Umbau der Energieversorgung zu begegnen.
Erfahren Sie mehr über das Engagement der enviaM-Gruppe zum Thema Innovationen bei unseren Leuchtturmprojekten.