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Mann blauer Overall + Helm vor Hochspannungsmast

Netzausbau

Nadelöhr der Energiewende? Wie handelt die enviaM-Gruppe.

Überall im Osten und Norden der Republik schießen Windräder und Solaranlagen wie Pilze aus dem Boden. Allerdings fehlen bisher Leitungen, die den produzierten Wind- und Sonnenstrom in die Verbrauchszentren im Westen und Süden Deutschlands transportieren. Der Boom der grünen Erzeugungsanlagen führt soweit, dass bei starkem Wind schon heute mehr Strom produziert als regional verbraucht werden kann. In 2017 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Letztverbraucherabsatz im Netzgebiet der MITNETZ STROM bei 97 Prozent, fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Die steigende Ökostromerzeugung lässt die Netze immer häufiger an ihre Grenzen stoßen. Folge dieser Entwicklung ist, dass es oft zu Netzengpässen kommt und einige Anlagen zeitweise abgeschaltet werden müssen. Bei der MITNETZ STROM war das im Jahr 2018 232 Mal der Fall.

Abhilfe schaffen ein schneller Ausbau der Netze und die Weiterentwicklung der Netztechnik. Ein Baukostenzuschuss von Einspeisern erneuerbarer Energien wäre dabei sinnvoll, um die Kosten fair zu verteilen. Mehr dazu auch hier.

Netzausbau ist unabdingbar.

Bild mit Strommast und Erdkugel verdeutlicht den Umfang des notwendigen Netzausbaus

Dass der Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur unabdingbar ist, damit die Energiewende gelingt, bestätigen zahlreiche Experten. Der Bundesbedarfsplan sieht allein für die Höchstspannungsebene vor, 2.800 Kilometer neue Stromtrassen zu bauen und 2.900 Kilometer bestehende Trassen zu verstärken. 
Im regionalen Verteilnetz, das heißt im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz, stellt sich die Situation noch dramatischer dar, da hier über 90 Prozent der installierten Leistung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sind. Die in 2012 durchgeführte dena-Verteilnetzstudie ermittelte für das Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz bundesweit einen Um- und Ausbaubedarf von über 150.000 Kilometern. Eine Strecke, die rund vier Mal um die Erde reicht.

Aktionsplan Stromnetz

Der im August 2018 von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier vorgestellte „Aktionsplan Stromnetz“ stellt den Netzausbau als zentrales Anliegen der Bundesregierung in den Mittelpunkt des politischen Handelns. Als wichtigste Punkte werden die Beschleunigung des Netzausbaus, Kostensenkungspotenziale durch die intelligente Steuerung sowie notwendige wirtschaftliche Anreize für den zügigen Ausbau aufgegriffen. Die Energiewende und der damit zusammenhängende weitere Ausbau der regenerativen Energieerzeugung darf dabei nicht durch fehlende Stromnetze ausgebremst werden. Es ist erforderlich, hierfür neue digitale Technologien zu nutzen, um vorhandene Kapazitätsreserven im Netz zu erschließen. Für einen schnelleren Netzausbau sollen zudem die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, indem unter anderem Neubauprojekte prioritär an bestehenden Strecken zu planen und durchzuführen sind.

Vor allem der im Aktionsplan vorgestellte Netzausbau ist dabei essentiell für den Erhalt der Versorgungssicherheit und zudem wichtig, um die Kosten des Energiesystems zu begrenzen. Denn allein im Jahr 2017 lagen die Kosten für Netzeingriffe und Einspeisemanagement bei 1,4 Milliarden Euro.

Als nächster Schritt muss ein Netzausbaubeschleunigungsgesetz folgen, damit die dringend benötigten Stromnetze nicht zum Flaschenhals der Energiewende werden. Denn nur mit einem schnellen Netzausbau ist es möglich, dass Ziel von 65 Prozent regenerativer Stromproduktion bis zum Jahr 2030 zu erreichen und somit die Energiewende zu einem Gelingen zu bringen.

Wie laufen die Planung und der Ausbau der Netze ab?

Um den Ausbau der Netze zu beschleunigen hat der Gesetzgeber die Übertragungsnetzbetreiber gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Netzausbauplan zu erstellen. Dabei ermitteln die vier Übertragungsnetzbetreiber den Ausbaubedarf im Höchstspannungsnetz bis 2030. Zusätzlich wurde bereits Mitte des Jahres 2011 ein komplett neues Planungs- und Genehmigungsverfahren eingeführt. Zwei Gesetze sollen den Weg für einen schnellen Ausbau der Höchstspannungsleitungen bereiten: das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG). Das EnWG bildet die Basis für den Netzplanungsprozess an dessen Ende das Bundesbedarfsplangesetz steht. Auf Grundlage des NABEG werden schließlich Trassenkorridore und anschließend die konkreten Leitungsverläufe festgelegt. Zudem obliegt die Durchführung des Planungsverfahrens für überregionale Höchstspannungsnetze der Bundesnetzagentur. Im Dezember 2015 wurde das Bundesbedarfsplangesetz, das insgesamt 62 Maßnahmen festschreibt, vom Bundesrat verabschiedet. Diese beinhalteten rund 2.550 Kilometer Neubautrassen und 3.100 Kilometer an Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen im Höchstspannungsnetz.

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Netzausbauplan der Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland.

Für das Gelingen der Energiewende spielen nicht nur die Höchstspannungsnetze, sondern auch die Verteilnetze der Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene eine wichtige Rolle. Hier werden mehr als 90 Prozent der dezentralen Erzeugung angeschlossen. Allerdings berücksichtigen der Netzausbauplan und das darauf basierende Bundesbedarfsplangesetz die Verteilnetzebene kaum. Um diesen Mangel der Politik und Bundesnetzagentur bewusst zu machen, hat MITNETZ Strom gemeinsam mit den anderen Flächennetzbetreibern in Ostdeutschland einen Netzausbauplan initiiert. Dieser zeigt die notwendige Erweiterung und den Neubau von rund 2.600 Kilometern Hochspannungsleitungen und 39 Übergabe-Umspannwerken als Verknüpfungspunkt zum Übertragungsnetz auf. Die Verteilnetzbetreiber gehen für 2027 von einer Einspeiseleistung von rund 47.200 Megawatt für Ostdeutschland aus.

Übergabe_Umspannwerke

Herausforderungen beim Netzausbau.

Bevor die Netze tatsächlich aus- und umgebaut werden, gibt es zahlreiche Hürden zu meistern. Beispiel Genehmigungsverfahren: Während die Planung und der Bau einer Photovoltaikanlage nur fünf Monate dauert, zieht sich die Realisierung einer neuen Hochspannungsleitung bis zu neun Jahre hin. Dabei sind Klagen betroffener Bürger noch gar nicht berücksichtigt. Hier ist vor allem die Politik gefragt. Sie muss die Bevölkerung besser über die Ziele der Energiewende und die damit verbundenen Konsequenzen aufklären. Ebenso fehlt ein investitionsfreundliches Umfeld, das den Bau neuer und intelligenter Netze begünstigt.

Der Verteilnetzbetreiber der enviaM-Gruppe, MITNETZ STROM, nimmt seine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit wahr. Unter www.mitnetz-strom.de/Stromnetz/Netzausbau informiert das Unternehmen frühzeitig über Planungen zum Netzausbau.

Investitionen der enviaM-Gruppe in die Netzinfrastruktur.

Monteur überprüft die Isolation ganz oben auf einen Hochspannungsmast

Die enviaM-Gruppe leistet einen wichtigen Beitrag zum Umbau des Stromnetzes in Ostdeutschland. Allein in 2017 setzte der enviaM-Netzbetreiber mehrere tausend Einzelmaßnahmen im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz um. Das Bauvolumen in unserem Stromnetz beträgt derzeit über 235 Millionen Euro. Schwerpunkt ist, unser Netz im Zuge der steigenden Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien zu optimieren. Dabei setzt die enviaM-Gruppe verstärkt auf neue und intelligente Netztechnologien. Ein rascher Netzausbau ist trotzdem weiterhin dringend notwendig. Bis zum Jahr 2025 bauen oder verstärken wir deshalb rund 390 Kilometer Hochspannungsleitungen und schaffen beziehungsweise erweitern zehn Übergabe-Umspannwerke zum Höchstspannungsnetz.

Baukostenzuschuss kann den Anstieg der Netzentgelte dämpfen.

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