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Netzausbau

Mann blauer Overall + Helm vor Hochspannungsmast

Nadelöhr der Energiewende? Wie handelt die enviaM-Gruppe.

Überall im Osten und Norden der Republik schießen Windräder und Solaranlagen wie Pilze aus dem Boden. Allerdings fehlen bisher Leitungen, die den produzierten Wind- und Sonnenstrom in die Verbrauchszentren im Westen und Süden Deutschlands transportieren. Der Boom der grünen Erzeugungsanlagen führt soweit, dass bei starkem Wind schon heute mehr Strom produziert als regional verbraucht werden kann. In 2018 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Letztverbraucherabsatz im Netzgebiet der MITNETZ STROM bei 101 Prozent, fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Die steigende Ökostromerzeugung lässt die Netze immer häufiger an ihre Grenzen stoßen. Folge dieser Entwicklung ist, dass es oft zu Netzengpässen kommt und einige Anlagen zeitweise abgeschaltet werden müssen. Bei der MITNETZ STROM war das im Jahr 2018 232 Mal der Fall.

Abhilfe schaffen ein schneller Ausbau der Netze und die Weiterentwicklung der Netztechnik. Ein Baukostenzuschuss von Einspeisern erneuerbarer Energien wäre dabei sinnvoll, um die Kosten fair zu verteilen. Mehr dazu auch hier.

Netzausbau ist unabdingbar.

Bild mit Strommast und Erdkugel verdeutlicht den Umfang des notwendigen Netzausbaus

Dass der Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur unabdingbar ist, damit die Energiewende gelingt, bestätigen zahlreiche Experten. Der Bundesbedarfsplan sieht allein für die Höchstspannungsebene vor, 2.800 Kilometer neue Stromtrassen zu bauen und 2.900 Kilometer bestehende Trassen zu verstärken. 
Im regionalen Verteilnetz, das heißt im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz, stellt sich die Situation noch dramatischer dar, da hier über 90 Prozent der installierten Leistung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sind. Die in 2012 durchgeführte dena-Verteilnetzstudie ermittelte für das Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz bundesweit einen Um- und Ausbaubedarf von über 150.000 Kilometern. Eine Strecke, die rund vier Mal um die Erde reicht.

Aktionsplan Stromnetz

Der im August 2018 von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier vorgestellte „Aktionsplan Stromnetz“ stellt den Netzausbau als zentrales Anliegen der Bundesregierung in den Mittelpunkt des politischen Handelns. Als wichtigste Punkte werden die Beschleunigung des Netzausbaus, Kostensenkungspotenziale durch die intelligente Steuerung sowie notwendige wirtschaftliche Anreize für den zügigen Ausbau aufgegriffen.

Die Energiewende und der damit zusammenhängende weitere Ausbau der regenerativen Energieerzeugung darf dabei nicht durch fehlende Stromnetze ausgebremst werden. Es ist erforderlich, hierfür neue digitale Technologien zu nutzen, um vorhandene Kapazitätsreserven im Netz zu erschließen. Für einen schnelleren Netzausbau sollen zudem die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, indem unter anderem Neubauprojekte prioritär an bestehenden Strecken zu planen und durchzuführen sind.

Vor allem der im Aktionsplan vorgestellte Netzausbau ist dabei essentiell für den Erhalt der Versorgungssicherheit und zudem wichtig, um die Kosten des Energiesystems zu begrenzen. Denn allein im Jahr 2017 lagen die Kosten für Netzeingriffe und Einspeisemanagement bei 1,4 Milliarden Euro.

Als erster konkreter Ausfluss des Aktionsplans Stromnetz wurde 2019 das Netzausbaubeschleunigungsgesetz 2.0 beschlossen. Dieses Artikelgesetz enthält zahlreiche planungsrechtliche Vereinfachungen für den rascheren Ausbau vor allem der Übertragungsnetze. Aber es beinhaltet auch neue Instrumente zur Bewirtschaftung von Netzengpässen im Verteilnetz (das sogenannte Redispatch). Das NABEG 2.0 wird benötigt, damit die Stromnetze nicht zum Flaschenhals der Energiewende werden. Denn nur mit einem schnellen Netzausbau kann das Ziel von 65 Prozent regenerativer Stromproduktion bis zum Jahr 2030 erreicht werden.

Wie laufen die Planung und der Ausbau der Netze ab?

Um den Ausbau der Netze zu beschleunigen hat der Gesetzgeber die Übertragungsnetzbetreiber gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Netzausbauplan zu erstellen. Dabei ermitteln die vier Übertragungsnetzbetreiber den Ausbaubedarf im Höchstspannungsnetz bis 2030. Zusätzlich wurde bereits Mitte des Jahres 2011 ein komplett neues Planungs- und Genehmigungsverfahren eingeführt. Zwei Gesetze sollen den Weg für einen schnellen Ausbau der Höchstspannungsleitungen bereiten: das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG). Das EnWG bildet die Basis für den Netzplanungsprozess an dessen Ende das Bundesbedarfsplangesetz steht. Auf Grundlage des NABEG werden schließlich Trassenkorridore und anschließend die konkreten Leitungsverläufe festgelegt. Zudem obliegt die Durchführung des Planungsverfahrens für überregionale Höchstspannungsnetze der Bundesnetzagentur. Im Dezember 2015 wurde das Bundesbedarfsplangesetz, das insgesamt 62 Maßnahmen festschreibt, vom Bundesrat verabschiedet. Diese beinhalteten rund 2.550 Kilometer Neubautrassen und 3.100 Kilometer an Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen im Höchstspannungsnetz.

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Netzausbauplan der Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland.

Für das Gelingen der Energiewende spielen nicht nur die Höchstspannungsnetze, sondern auch die Verteilnetze der Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene eine wichtige Rolle. Hier werden mehr als 90 Prozent der dezentralen Erzeugung angeschlossen. Allerdings berücksichtigen der Netzausbauplan und das darauf basierende Bundesbedarfsplangesetz die Verteilnetzebene kaum. Um diesen Mangel der Politik und Bundesnetzagentur bewusst zu machen, hat MITNETZ Strom gemeinsam mit den anderen Flächennetzbetreibern in Ostdeutschland einen Netzausbauplan initiiert. Dieser zeigt die notwendige Erweiterung und den Neubau von rund 2.600 Kilometern Hochspannungsleitungen und 39 Übergabe-Umspannwerken als Verknüpfungspunkt zum Übertragungsnetz auf. 
Nach aktueller Planung müssen in der Region zwischen Ostseeküste und Thüringer Wald bis zum Jahr 2030 elf Netzverknüpfungspunkte zwischen Verteil- und Übertragungsnetz neu errichtet und 29 Verknüpfungspunkte verstärkt werden. Zusätzlich müssen im Hochspannungsnetz insgesamt 526 Kilometer Trassen neu errichtet und 2.156 Kilometer Trassen verstärkt werden. Untersuchungen zeigen, dass trotz stetiger Investitionen in die Erneuerung und Erweiterung der Netze der Bedarf an weiteren Netzverstärkungs- und Netzausbaumaßnahmen auch in Zukunft hoch bleibt.

Übergabe_Umspannwerke

Herausforderungen beim Netzausbau.

Bevor die Netze tatsächlich aus- und umgebaut werden, gibt es zahlreiche Hürden zu meistern. Beispiel Genehmigungsverfahren: Während die Planung und der Bau einer Photovoltaikanlage nur fünf Monate dauert, zieht sich die Realisierung einer neuen Hochspannungsleitung bis zu neun Jahre hin. Dabei sind Klagen betroffener Bürger noch gar nicht berücksichtigt. Hier ist vor allem die Politik gefragt. Sie muss die Bevölkerung besser über die Ziele der Energiewende und die damit verbundenen Konsequenzen aufklären. Ebenso fehlt ein investitionsfreundliches Umfeld, das den Bau neuer und intelligenter Netze begünstigt.

Der Verteilnetzbetreiber der enviaM-Gruppe, MITNETZ STROM, nimmt seine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit wahr. Unter www.mitnetz-strom.de/Stromnetz/Netzausbau informiert das Unternehmen frühzeitig über Planungen zum Netzausbau.

Investitionen der enviaM-Gruppe in die Netzinfrastruktur.

Monteur überprüft die Isolation ganz oben auf einen Hochspannungsmast

Die enviaM-Gruppe leistet einen wichtigen Beitrag zum Umbau des Stromnetzes in Ostdeutschland. Der kontinuierliche Netzausbau im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz steht dabei im Mittelpunkt. Dazu zählen Umspannwerke und Trafostationen zu modernisieren sowie Freileitungen im Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz durch Erdkabel auszutauschen. Insgesamt sieht MITNETZ STROM ein Bauvolumen von rund 258 Millionen Euro in 2019 vor. Schwerpunkte im Netzausbau sind zum Beispiel, die Hochspannungsleitung zwischen Großräschen und Schwarzheide zu ersetzen (Brandenburg), die Stationsleittechnik und die Mittelspannungsanlage im Umspannwerk Taucha zu erneuern (Sachsen), die Hochspannungsleitung Marke – Bitterfeld/Mitte – Piesteritz/Nord zwischen Kemberg und Radis zu ersetzen (Sachsen-Anhalt) und die Arbeiten im Umspannwerk Artern abzuschließen (Thüringen). 

Des Weiteren investieren wir in ein intelligentes, steuerbares und flexibles Stromnetz. Ziel ist es, das Stromnetz besser auszulasten und unnötigen Netzausbau zu vermeiden. Der Netzbetreiber nutzt dabei neue Möglichkeiten im Rahmen der Digitalisierung. Insgesamt plant MITNETZ STROM rund 20 Millionen Euro in 2019 für digitale Projekte auszugeben.

Die Vielfalt und Vielzahl von Stromerzeugern führt bei uns als Verteilnetzbetreiber zu besonderen Anforderungen. Wir transportieren den Strom vom Erzeuger zum Verbraucher und sorgen für die Versorgungssicherheit und -zuverlässigkeit der Stromversorgung. Eine intelligente und flexible Netzsteuerung ist erforderlich, um Angebot und Nachfrage von Strom exakt aufeinander abzustimmen. Die Digitalisierung spielt dabei eine immer größere Rolle. Prognosedaten, neue Plattformen und/oder Portale mit umfänglichen Geoinformationsdaten werden immer wichtiger. Im Mittelpunkt stehen unsere Kunden, der Netzbetrieb und unsere Prozesse.
Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM

Baukostenzuschuss kann den Anstieg der Netzentgelte dämpfen.

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